Gkc24-Session: Pop-up Gestaltungsplattform Zukunft
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| Pop-up Gestaltungsplattform Zukunft | |
|---|---|
| Art | Barcamp-Session |
| KnowledgeCamp | KnowledgeCamp 2024 |
| Sessiongebende | Thomas Krause
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| Datum | 11.10.2024 |
| Zeit | 11:00 bis 11:45 Uhr
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| Aufzeichnung | YouTube
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| KI-Unterstützung | GPT-6.1 Sol |
Aus dem Veranstaltungsprogramm
Das Handelblatt und 3 große Beratungsunternehmen haben heute einen Zukunftsplan Deutschland veröffentlicht. 93 Seiten Impulse, Ideen, Vorschläge, wie wir dieses Land wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich in die Zukunft gestalten können. Lasst uns diesen Impuls aufnehmen und für 45min eine Gestaltungsplattform Zukunft auf der gkc24 aufbauen, den Zukunftsplan kennenlernen und eigene Impulse und Ideen ableiten.
Disclaimer: Diese Seite ist KI-generiert, basierend auf einer KI-Zusammenfassung des Transkripts vom vorstehenden Youtube-Video!
Überblick
Thomas Krause lud zu einer experimentellen, hybrid durchgeführten Arbeitssession ein. Ausgangspunkt war der vom Handelsblatt und drei Beratungsunternehmen veröffentlichte „Zukunftsplan Deutschland“. Die Teilnehmenden sichteten das Material aus vier gesellschaftlichen Perspektiven: öffentliche Verwaltung, Politik, Bürgerinnen und Bürger sowie Wirtschaft. Anschließend diskutierten sie ihre Ergebnisse und persönliche Ansatzpunkte.
Wiederkehrende Themen waren eine offenere Fehlerkultur, weniger Bürokratie, gesellschaftliche Beteiligung, die Transformation von Industrien sowie Bildung und Wissensmanagement. Die Abschlussrunde verband diese großen Themen mit konkreten Vorhaben und Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag. Zugleich blieb die Frage offen, wie aus einem umfangreichen Zukunftspapier tatsächlich veränderte Praxis entstehen kann.
Aufbau und Arbeitsweise der Session
Krause verstand seine Rolle vor allem als Anbieter einer Struktur. Er stellte keine fertige Analyse vor, sondern wollte mit den Anwesenden innerhalb von 45 Minuten einen ersten Zugang zum 93-seitigen Zukunftsplan entwickeln. Das Vorgehen war ausdrücklich als Barcamp-Experiment angelegt.
Zum Einstieg tauschten sich die Teilnehmenden paarweise darüber aus, welche einzelne Veränderung Deutschland zukunftsfähiger machen könnte. Im hörbaren Gespräch wurden eine stärkere Dialog- und Kommunikationskompetenz sowie eine andere Gestaltung von Mobilität genannt. Krause verband Letzteres mit der Frage, wie die Automobilindustrie transformiert werden oder Raum für neue wirtschaftliche Entwicklungen entstehen könnte. Dies waren persönliche Ausgangsimpulse, keine gemeinsam beschlossenen Ziele.
Danach wurden vier Fokusgruppen gebildet. Wirtschaft, Unternehmertum und Management wurden zu einer Perspektive zusammengeführt. Weitere Gruppen betrachteten öffentliche Institutionen und Verwaltung, Politik sowie die Bürgerseite. Die Teilnehmenden sollten dabei möglichst aus ihren ursprünglichen Zweierkonstellationen herausgehen und andere Rollen einnehmen.
Für die Sichtung standen zwölf Minuten zur Verfügung. Die Aufgabe lautete, relevante Zukunftsideen, Impulse und Vorschläge für die jeweilige Gruppe zu finden und möglichst auf dem Miro-Board festzuhalten. Anschließend erhielt jede Gruppe ungefähr drei Minuten für die Vorstellung. Der zunächst geplante Gallery Walk wurde durch mündliche Berichte ersetzt, auch mit Blick auf die Online-Teilnahme.
Eine weitere geplante Übung zu den gegenseitigen Erwartungen und Bedürfnissen der gesellschaftlichen Gruppen entfiel aus Zeitgründen. Auch die angekündigten „15% Solutions“ wurden nicht als eigenständige Übung durchgeführt. Stattdessen endete die Session mit einer gemeinsamen Reflexion: Welche Vorschläge waren relevant, welche kleinen Schritte erschienen möglich und woran wollten die Teilnehmenden persönlich weiterarbeiten?
Schnelle Erschließung mit unterschiedlichen Hilfsmitteln
Die Gruppen nutzten unterschiedliche Zugänge zum Material. Krause regte an, das Dokument zunächst zu scannen und beispielsweise die hervorgehobenen Überschriften zur Orientierung zu verwenden. Zusätzlich schlug er vor, das PDF mit ChatGPT oder einem ähnlichen Werkzeug zu befragen.
Die Verwaltungsgruppe arbeitete mit Copilot, die Politik- und Bürgergruppe berichteten von ChatGPT-Abfragen. Die Wirtschaftsgruppe nutzte dagegen mangels geeigneten Geräts zunächst eine journalistische Übersicht und glich ihre Ergebnisse anschließend mit dem größeren Dokument ab.
Damit entstanden sowohl materialbezogene Zusammenfassungen als auch eigene Interpretationen. Die Verwaltungsgruppe bezeichnete ihre Sichtung ausdrücklich als oberflächlich. Mehrere vorgestellte Punkte wurden als Ergebnisse von KI-Abfragen beschrieben. Die Session dokumentiert daher eine schnelle, gemeinsame Erschließung des Zukunftsplans, keine vollständige oder systematisch überprüfte Auswertung.
Öffentliche Verwaltung: Lernen statt Überregulierung
Die Verwaltungsgruppe stellte eine schnelle und agile Digitalisierung in den Mittelpunkt. Sie verband dies mit dem Wunsch, nicht für einzelne Städte jeweils eigene Lösungen zu entwickeln, sondern vorhandene europäische Ansätze zu nutzen.
Als entscheidend betrachtete die Gruppe einen kulturellen Wandel: weniger Überregulierung, mehr Fehlerkultur und stärkere Aufmerksamkeit für das, was funktioniert. Ein Teilnehmer argumentierte, dass Fehler bei weniger umfassender Regulierung geringere Kosten verursachen könnten als die bestehende Überregulierung. Diese Einschätzung wurde als eigene Interpretation eingebracht.
Der bevorstehende beziehungsweise laufende Ruhestand von Babyboomern in der Verwaltung diente als weiterer Anlass, Arbeitsweisen zu verändern. Statt steigenden Personalbedarf allein durch Neueinstellungen zu beantworten, wünschten sich die Teilnehmenden schnellere Entscheidungen, rasche Umsetzung und überschaubare Pilotvorhaben, aus denen gelernt werden kann.
Weiterbildung und Wissenstransfer wurden dabei als wichtige Voraussetzungen benannt. Auch auf europäischer Ebene sollte stärker voneinander gelernt werden, damit nicht jede Verwaltung ähnliche Lösungen neu entwickeln muss. Wie dieser Austausch praktisch funktionieren könnte, blieb ausdrücklich offen.
Politik: Beteiligung und sachorientierte Entscheidungen
Die Politikgruppe begann mit einer eigenen Idee: Bürgerinnen und Bürger sollten stärker zu Beteiligten werden. Ein gesellschaftlicher Querschnitt könnte beispielsweise in Bürgerräten an der Ideensammlung und an Fragen der Umsetzung mitwirken. Dahinter stand der Wunsch, das Gefühl zu überwinden, dass politische Entscheidungen ausschließlich von anderen getroffen werden.
Eine ChatGPT-Abfrage lieferte nach dem Bericht der Gruppe den Vorschlag eines parteiübergreifenden Zukunftskonvents für einen gesamtgesellschaftlichen Schulterschluss. Die Teilnehmenden wollten diesen Gedanken über die Parteien hinaus erweitern und stärker auf einen gesellschaftlichen Querschnitt ausrichten.
Darüber hinaus stellte die Gruppe Fragen an das Parteiwesen. Entscheidungen sollten nach ihrer Auffassung stärker an Sachfragen orientiert sein und weniger daran, von welcher politischen Seite ein Vorschlag kommt. Dies blieb eine Diskussionsfrage, kein ausgearbeitetes Reformmodell.
Weitere vorgestellte Punkte waren:
- Staatliche Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Innovation aktivieren.
- Finanzielle Spielräume schaffen.
- Bürokratie abbauen und Prozesse beschleunigen.
- Europa stärken und internationale Handelsbarrieren abbauen.
Entbürokratisierung wurde dabei auch als Möglichkeit verstanden, personelle Ressourcen für sinnvollere Aufgaben freizusetzen, statt sie in wiederkehrenden Verwaltungsabläufen zu binden.
Bürgerbeiträge und berufliche Übergänge
Die Bürgergruppe fragte nach möglichen Beiträgen Einzelner. Der online teilnehmende Mark stellte eine mit GPT erarbeitete Übersicht vor, die ökologische, soziale und demokratische Beiträge sowie friedliches Miteinander, Bildung und Digitales umfasste. Als gemeinsame Orientierung hob er Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und demokratische Teilhabe hervor.
Krause ergänzte eine Idee aus einem am Morgen gelesenen Artikel. Den Namen erinnerte er nur ungefähr als „Arbeitslebensversicherung“. Er verstand darunter Unterstützung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, um leichter in zukunftsfähige Industrien und Berufe wechseln zu können, etwa durch Umschulung und Lernen.
Daran knüpfte er seine persönliche Kritik, bestehende Industrien immer wieder abzusichern, statt berufliche Übergänge zu erleichtern. Die genaue Bezeichnung und Ausgestaltung dieses Instruments wurden in der Session nicht geklärt.
In der Abschlussrunde relativierte Mark die vorgestellten Bürgerbeiträge: Sie erschienen ihm weit von der Realität entfernt. Es fehle an einer gemeinsamen Vision, passenden sozialen Systemen und einer zukunftsorientierten Haltung. Damit wurde die Differenz zwischen wünschenswerten Beiträgen und tatsächlichen Handlungsmöglichkeiten ausdrücklich angesprochen.
Wirtschaft: Transformation und neue Wachstumsfelder
Die Wirtschaftsgruppe stellte die Transformation traditioneller, insbesondere energieintensiver Industrien als Grundlage für zukünftiges Wachstum vor. Dekarbonisierung wurde dabei als ein Wachstumsansatz beschrieben.
Als Felder für die Weiterentwicklung neuer Industrien nannte die Gruppe:
- Digitalisierung und künstliche Intelligenz.
- Klimatechnologien.
- Mobilität der Zukunft einschließlich Infrastrukturförderung.
- Gesundheitsbranche und Biotech.
Hinzu kamen Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen sowie die Absicherung von Wertschöpfungsketten. Besonders diskutiert wurde die stärkere Verankerung wichtiger Ressourcen und Lieferketten in Europa. Die Gruppe deutete dies als deutliche Veränderung gegenüber früheren Globalisierungsvorstellungen.
Weitere vorgestellte Grundlagen waren eine wettbewerbsfähige Energieversorgung, modernisierte Transport- und Digitalinfrastruktur, bessere Bildungssysteme, eine Reform des Arbeitsmarkts und die Gewinnung von Fachkräften. Beim finanziellen Spielraum dachte die Gruppe auch an die Förderung von Start-ups und Gründungen.
Die Modernisierung der Infrastruktur wurde zudem als Chance für den ländlichen Raum betrachtet: Sie könne dort Wirtschaft und Arbeitsplätze stärken und Standorte für Bürgerinnen und Bürger attraktiver machen. Entbürokratisierung erschien auch aus Unternehmensperspektive wichtig. Insgesamt zeigte der Bericht viele Überschneidungen mit den anderen Gruppen.
Persönliche Ansatzpunkte: Wissensmanagement und Gestaltungskultur
In der Abschlussrunde wurden aus den allgemeinen Zukunftsthemen konkrete persönliche Vorhaben. Eine Person wollte die Aussagen zu Bildung, Effizienz und Produktivität genauer prüfen, um Wissensmanagement gegenüber Kunden stärker als Zukunftsinvestition zu begründen.
Eine weitere Person nahm Erfahrungen zum Wissenstransfer in der Berliner Verwaltung mit nach Rheinland-Pfalz. Die Diskussion bestärkte sie darin, diese Arbeit weiterzuverfolgen. Außerdem rückte die Idee eines kostengünstigen Wissensmanagement-Angebots für Lehrende auf der persönlichen Prioritätenliste nach oben. Ausgangspunkt waren Erfahrungen mit sehr knappen Fortbildungsbudgets an einer Schule.
Mehrere Beiträge beschäftigten sich mit Bedenken und Blockaden in Organisationen. Dem wurden gemeinsames Denken, kontrolliertes Risiko und eine offenere Fehlerkultur gegenübergestellt. Als praktischer Ansatz wurde empfohlen, sich mit Menschen zu vernetzen, die ähnliche Zukunftsideen haben und bereit sind, neue Vorhaben auszuprobieren. Eine Teilnehmerin beziehungsweise ein Teilnehmer berichtete dazu von der spontanen Zustimmung zu einem Pilotprojekt für KI-Wissensmanagement.
Ein weiterer Beitrag stellte infrage, ob schrittweise Effizienzsteigerungen mit bisherigen Mitteln ausreichen. Für die beschriebenen Ziele müssten neue Arbeitsweisen entstehen. Besonders jüngere Menschen, die länger mit den Folgen dieser Entscheidungen leben würden, sollten beteiligt werden und tatsächliche Gestaltungsmöglichkeiten erhalten.
Offene Fragen und abschließender Aufruf
Die Runde blieb gegenüber der Wirkung großer Zukunftspapiere nicht unkritisch. Eine Person äußerte Skepsis, was daraus tatsächlich entstehen werde, hielt den Versuch aber dennoch für notwendig. Mark beschrieb einen Gegensatz zwischen Theorie und Praxis und sah in der Verwaltung eher eine Kultur der Fehlervermeidung als eine lernorientierte Fehlerkultur.
Die Session entwickelte somit keinen gemeinsamen Maßnahmenplan. Ihr Ergebnis war ein erster Überblick, ergänzt um persönliche Prioritäten und Fragen zur Umsetzung.
Zum Abschluss verwies Krause auf das auf dem Board genannte Buch „Zukünfte gestalten“ als methodische Anregung für die Arbeit mit Gruppen. Sein abschließender Wunsch bezog sich auf die gesellschaftliche Haltung: Mehr Menschen sollten aus einer Konsumentenhaltung in eine Macher- und Gestalterhaltung wechseln.