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Gkc24-Session: Persönliches Wissensmanagement im Studium – was darf nicht fehlen?

Aus GfWM Wiki
Persönliches Wissensmanagement im Studium – was darf nicht fehlen?
Art Session
KnowledgeCamp KnowledgeCamp 2024
Speaker:in Jonathan D. Geiger, David Loher


Datum 11.10.2024
Zeit 11:00 bis 11:45 Uhr
Sprache Deutsch


KI-Unterstützung GPT-6.1 Sol

Aus dem Veranstaltungsprogramm

Während des Studiums befindet man sich in einer besonderen Situation des Wissenserwerbs, -verwaltung und -verarbeitung. Eine gute Organisation von Vorlesungsmitschriften, Literatur, bibliographische Angaben, Textkommentaren, Daten aus Experimenten und so weiter ist notwendig, um Suchprozesse möglichst kurz zu halten, um neue Ideen für Haus- und Abschlussarbeiten zu entwickeln, nichts zu verlieren und um den Überblick zu behalten. In der Session würden wir gerne mit euch darüber nachdenken und zusammentragen, welche Methoden und Werkzeuge für die persönliche Wissensverwaltung während eines Studiums nützlich sind und was dabei nicht vergessen werden darf.

Disclaimer: Diese Seite ist KI-generiert, basierend auf einer KI-Zusammenfassung des Transkripts vom vorstehenden Youtube-Video!

Überblick

Die interaktive Session sammelte Anforderungen an eine geplante Handreichung zum persönlichen Wissensmanagement für Studierende. Jonathan D. Geiger und David Loher moderierten den Austausch zwischen Teilnehmenden vor Ort und im digitalen Raum. Im Mittelpunkt standen Orientierung zu Studienbeginn, geeignete Werkzeuge, verlässliche Ablagestrukturen und Routinen zur Verarbeitung von Wissen. Die Diskussion machte deutlich: Nicht allein die Auswahl einer Software, sondern auch Selbstreflexion, Nachbereitung und Unterstützung durch Hochschulen wurden als wichtig angesehen.

Gliederung und Aufbau der Session

Geiger stellte zunächst die Fachgruppe Wissens- und Innovationsmanagement in der Wissenschaft und deren Vorhaben vor. Er kommt von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz und verortete seinen Hintergrund in den Geisteswissenschaften beziehungsweise digitalen Geisteswissenschaften. Loher stellte seine Arbeit in der Hochschuldidaktik am Karlsruher Institut für Technologie vor, insbesondere zum Lehren und Lernen mit digitalen Mitteln.

Auf diesen Einstieg folgte ein kurzer Impuls zu den besonderen Bedingungen wissenschaftlicher Arbeit und zum persönlichen Wissensmanagement in Qualifikationsphasen. Der größte Teil der Session bestand aus einer offenen Diskussion. Die Moderation fragte nach hilfreichen Erfahrungen, Schwierigkeiten und Dingen, die die Teilnehmenden gerne früher gewusst hätten.

Die Beiträge wurden auf einem Miro-Board gesammelt. Als vorläufige Kategorien dienten Skills, Werkzeuge, Methoden, Formate und Literatur; weitere Kategorien konnten ergänzt werden. Loher übernahm auch die Dokumentation mündlicher Beiträge. Zum Abschluss wurden die Nachbereitung des Boards und Möglichkeiten zur Mitarbeit an der Handreichung angekündigt.

Wissensmanagement unter wissenschaftlichen Bedingungen

Geiger beschrieb Wissen im Wissenschaftsbetrieb sowohl als Voraussetzung als auch als Ergebnis der Arbeit. Studium, Forschung und Projektarbeit seien durch umfangreichen Wissenstransfer geprägt. Zugleich verwies er auf kurzfristige Beschäftigung, Personalwechsel sowie besondere Finanzierungs- und rechtliche Bedingungen. Autonomie und eine ausgeprägte Orientierung an Open Source gehörten ebenfalls zu den Rahmenbedingungen, die die Fachgruppe berücksichtigen wolle.

Dem stehe gegenüber, dass der Begriff Wissensmanagement im wissenschaftlichen Umfeld wenig bekannt sei. Gerade in den Geisteswissenschaften könne bereits das Wort „Management“ Vorbehalte auslösen. Geigers Ausgangspunkt war, dass Organisationen und Netzwerke ohnehin mit Wissen umgehen. Systematische Betrachtung, Methoden und Unterstützung könnten diesen Umgang verbessern.

Die seit zwei Jahren bestehende Fachgruppe mit ungefähr zehn Mitgliedern wolle deshalb eine Brücke zwischen Wissensmanagement-Community und Wissenschaft bilden. Geiger berichtete von monatlichen Treffen, einer Sammlung von Werkzeugen und Methoden, einer begonnenen Bibliografie und bearbeiteten Anwendungsfällen.

Eine Handreichung für Studium und Qualifikationsphase

Das vorgestellte Projekt ging zunächst von Promovierenden aus. Mehrjährige Forschungsvorhaben stellten besondere Anforderungen an den Umgang mit Ideen, Notizen, Rohtexten, Literaturangaben und Forschungsdaten. Als Beispiele nannte Geiger Interviews, Laborbücher und experimentelle Ergebnisse. Er vermutete zugleich eine große Schnittmenge mit Bachelor-, Master-, Diplom- und Lehramtsstudiengängen.

Die Handreichung soll das persönliche, nicht das organisatorische Wissensmanagement behandeln. Geiger unterschied diese Perspektiven: Einzelpersonen verfügen nicht über dieselben Möglichkeiten hinsichtlich Vorgaben und Finanzierung wie Organisationen. Auch entstehen Wissensziele im Studium oder in einer Forschungsgruppe nicht immer allein aus eigener Entscheidung.

Die Fachgruppe wollte zunächst zusammentragen, was eine solche Handreichung berücksichtigen muss. Auf Grundlage eines publizierbaren Ausgangsbestands könnten später weitere Unterstützungsformate entstehen. Die Session diente ausdrücklich dazu, Erfahrungen und Perspektiven der Teilnehmenden in diese Sammlung einzubringen.

Orientierung frühzeitig anbieten

Mehrere Beiträge beschrieben den Studienbeginn als Phase, in der eine passende Arbeitsorganisation erst mühsam gefunden werden musste. Eine Teilnehmerin berichtete, dafür zwei Semester gebraucht zu haben. Gewünscht wurde ein nicht verpflichtender Leitfaden der Hochschule: Welche Werkzeuge können wofür genutzt werden, welche Unterlagen sind wichtig, und welche Ablagestrukturen könnten hilfreich sein?

Diese Orientierung sollte nach den Beiträgen nicht bei Softwareempfehlungen stehen bleiben. Ein berufsbegleitend Studierender fragte auch nach dem grundlegenden Zweck persönlichen Wissensmanagements: Was ist relevant, was sollte notiert werden, und weshalb lohnt sich der zusätzliche Aufwand?

Loher berichtete, dass sein entsprechendes Seminar im Lehramtsstudium erst im Master angeboten werde. Studierende hätten ihm ebenfalls zurückgemeldet, dass ein früherer Zeitpunkt sinnvoll wäre. Er habe deshalb angestoßen, eine frühere Platzierung im Studienverlauf zu prüfen.

Die Diskussion verband frühe Unterstützung somit mit zwei Aufgaben: verfügbare Möglichkeiten sichtbar machen und den Nutzen eines bewussten Umgangs mit Informationen erklären.

Fachwissen, Verwaltungsunterlagen und verteilte Ablagen

Wissensmanagement wurde in der Diskussion ausdrücklich nicht auf Vorlesungsinhalte begrenzt. Eine Teilnehmerin schilderte, wie sie zum Studienende wichtige Dokumente aus früheren Semestern in ihrem E-Mail-Verlauf suchen musste. Ihr sei anfangs nicht klar gewesen, welche Unterlagen langfristig benötigt würden.

Geiger griff dies als Hinweis auf die Bedeutung administrativer Informationen auf. Zugleich benannte er die Herausforderung, den Überblick über unterschiedliche Systeme zu behalten. Analoge Mitschriften, digitale Dateien, E-Mails und weitere Ablagen müssten miteinander verbunden werden. Dafür könne ein Verweissystem nötig sein, das beispielsweise zur handschriftlichen Notiz eines früher besuchten Vortrags führt.

Auch institutionelle Plattformen wurden angesprochen. Eine Teilnehmerin empfand Moodle zwar als wenig benutzerfreundlich, sah aber einen Nutzen darin, bestimmte Dokumente dort auffinden zu können. Im selben Beitrag wurde die Sorge geschildert, bei regelmäßig erforderlicher Verlängerung einer MS-365-Lizenz den Zugang zu bereits erarbeiteten Inhalten zu verlieren. Kontinuität und Verfügbarkeit der eigenen Wissensbestände wurden damit zu weiteren Anforderungen.

Werkzeuge passend zum eigenen Bedarf auswählen

Die Teilnehmenden stellten verschiedene Werkzeuge anhand ihrer persönlichen Nutzung vor. Daraus entstand keine gemeinsame Festlegung auf ein bevorzugtes System.

  • Notion wurde für Seiten, eigene Notizen, multimediale Inhalte und das Teilen von Arbeitsbereichen geschätzt.
  • GoodNotes wurde als hilfreiches Werkzeug für handschriftliche oder getippte Notizen, Ordnerstrukturen und die Einbindung eigener Dateien beschrieben.
  • Google Kalender unterstützte eine Teilnehmerin durch farblich unterschiedene Termine und Aufgaben zum Abhaken.
  • MS Planner wurde als geplante Lösung für interaktive Aufgabenverwaltung und das Teilen mit Kolleginnen und Kollegen genannt.
  • Obsidian und Zotero wurden im Zusammenhang mit verknüpften Notizen, Literaturverwaltung und wiederkehrenden Arbeitsabläufen diskutiert.

Eine Teilnehmerin berichtete von parallel geführten Aufgaben in Notizbuch, OneNote und Kalender, die sie erst noch zusammenführen müsse. Dieses Beispiel zeigte, dass zusätzliche Werkzeuge auch neue Abstimmungsarbeit verursachen können.

Geiger betonte bereits im Einstieg, dass Fähigkeiten beständiger seien als einzelne Tools, deren Unterstützung oder Geschäftsmodell sich verändern könne. In der Diskussion wurde außerdem angeregt, unterschiedliche Lösungen fair nebeneinander vorzustellen, weil sie verschiedenen Personen entgegenkommen.

Notizen verarbeiten statt nur sammeln

Loher erläuterte das gemeinsam mit einem Kollegen betriebene Projekt NoteLab. Für ihre geistes- und sozialwissenschaftlichen Arbeitszusammenhänge beschrieben sie Notizen als zentrale Forschungsdaten. Neues Wissen entstehe dort durch Lesen, Nachdenken und das neue Kombinieren von Gedanken. Verknüpfungen zwischen Notizen erschienen ihnen deshalb besonders sinnvoll.

Ein weiterer Beitrag stellte die Frage, was nach dem Mitschreiben geschieht. Notizen lediglich abzulegen bedeute noch nicht, dass die Inhalte verarbeitet worden seien. Die Verbindung zwischen Aufnahme, Nachbereitung und späterer Verwendung rückte damit in den Mittelpunkt.

Ein Teilnehmer schilderte einen konkreten Ablauf: Unterwegs notiere er zunächst in OneNote. Später lege er die Quelle in Zotero an, erzeuge einen Eintrag in Obsidian, formuliere seine Notizen ausführlicher und verknüpfe sie mit der Quelle. Entscheidend sei eine wiederkehrende Routine für Ablage und Verarbeitung. Auch mit einem solchen Ablauf bleibe es anspruchsvoll, ihn konsequent einzuhalten.

Zusammenhänge erkennen und Lernpräferenzen reflektieren

Eine Masterstudentin berichtete, dass sie sich den Gesamtzusammenhang einer Veranstaltung selbst mit einer Mindmap beziehungsweise Wissenslandkarte erarbeitet habe. Die einzelnen Themen seien ihr zunächst bekannt gewesen, das übergreifende Bild jedoch nicht. Interaktive Lerngruppen hätten zusätzlich geholfen, Inhalte durch andere Formulierungen besser zu verstehen.

Die Teilnehmerin verband dies mit der Frage, welche Arbeitsweisen ihr persönlich entgegenkommen. Sie bevorzuge handschriftliche Notizen und schätze die haptische und ästhetische Seite dieser Arbeit.

Loher unterschied daraufhin Lernpräferenzen von festen „Lerntypen“. Er warnte vor der Vorstellung, Menschen könnten ausschließlich über einen bestimmten Sinneskanal lernen, und bezeichnete diese Vorstellung als wissenschaftlich nicht haltbar. Die Teilnehmerin stimmte zu und betonte den Nutzen unterschiedlicher Zugänge.

Die Diskussion zielte damit auf reflektierte Vorlieben, nicht auf eine starre Zuordnung. Loher ergänzte, dass entsprechende Sensibilität sowohl bei Studierenden als auch bei Lehrenden erforderlich sei.

Arbeitsumgebung, Planung und wirksame Nachbereitung

Unterschiedliche Dateiformate und spät bereitgestellte Materialien wurden als praktische Hindernisse geschildert. Eine Teilnehmerin berichtete, zu Vorlesungsbeginn zunächst Dateien an ihre Arbeitsumgebung anpassen zu müssen, statt sich auf die Inhalte konzentrieren zu können. Dabei komme es auch auf das verwendete Gerät und den jeweiligen Zweck des Formats an.

Weitere Beiträge kritisierten, dass Hochschulen zwar Zeitvorgaben für Vor- und Nachbereitung machten, aber wenig Hilfe zur konkreten Umsetzung böten. Loher schlug vor, den erwarteten Arbeitsaufwand zu Semesterbeginn gemeinsam mit Lehrenden über die Wochen zu verteilen und mit einer Lernstrategie sowie Wiederholungsphasen zu verbinden.

Ergänzend wurden kleinteilige Planung, wiederkehrende Abläufe und Reflexion angeregt: Was funktionierte in dieser Woche, und was sollte nächste Woche anders laufen? Ein abschließender Beitrag hinterfragte außerdem die Wirksamkeit umfangreichen, schnellen Lesens. Gezielteres Lesen hätte aus Sicht des Teilnehmers möglicherweise Stress reduziert und mehr Lernen ermöglicht.

Weiterarbeit und Einladung

Geiger kündigte an, das Miro-Board nachzubereiten und um Materialien für den Nachgang zu ergänzen. Die gesammelten Perspektiven sollen in die Handreichung einfließen.

Interessierte wurden ausdrücklich eingeladen, weiterzudiskutieren und in der offenen Fachgruppe mitzuarbeiten. Eine Kontaktaufnahme sei über Geiger beziehungsweise die Fachgruppenseite möglich. Er betonte, dass dies keine langfristige Verpflichtung voraussetze: Mitarbeit könne nach den eigenen Kapazitäten erfolgen. Ziel sei ein Produkt, das Studierenden tatsächlich nützt.

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