Jump to content
Menü aufrufen
Toggle preferences menu
Persönliches Menü aufrufen
Nicht angemeldet
Ihre IP-Adresse wird öffentlich sichtbar sein, wenn Sie Änderungen vornehmen.

Unser Wiki ist seit dem 2. Oktober öffentlich lesbar. Mehr dazu.

Gkc24-Session: Persönliches Wissensmanagement – ein Erfahrungsaustausch

Aus GfWM Wiki
Persönliches Wissensmanagement – ein Erfahrungsaustausch
Art Barcamp-Session
KnowledgeCamp KnowledgeCamp 2024
Sessiongebende Simon Dückert


Datum 10.10.2024
Zeit 16:00 bis 16:45 Uhr


Aufzeichnung YouTube


KI-Unterstützung GPT-6.1 Sol

Aus dem Veranstaltungsprogramm

Wissensmanagement wird mit Wissensstrategien, Wissenslandkarten, Communities of Practice, Lessons Learned, Intranet, Wikis, Barcamps & Co. meist auf organisationaler Ebene gedacht. Doch für die ganzheitliche Sicht auf die Lernende Organisation spielt das individuelle Lernen eine elementare Rolle. In der Session gibt es einen Impuls zu Historie und Konzept des persönlichen Wissensmanagements kombiniert mit einem moderierten Erfahrungsaustausch.

Disclaimer: Diese Seite ist KI-generiert, basierend auf einer KI-Zusammenfassung des Transkripts vom vorstehenden Youtube-Video!

Überblick

Persönliches Wissensmanagement beginnt für Simon Dückert nicht bei der Auswahl eines Werkzeugs, sondern bei Haltung, Lernzielen und der eigenen Ausrichtung. Die Session verbindet Impulse dazu mit Erfahrungen der Teilnehmenden, Umfragen zur digitalen Arbeitsumgebung und praktischen Einblicken in Notizsysteme, lokale KI und Wissensvisualisierung. Eine universelle Musterlösung wird ausdrücklich nicht angeboten. Im Mittelpunkt stehen individuell passende Arbeitsweisen, der Austausch darüber und die Frage, wie persönlich gesammeltes Wissen auch anderen zugänglich werden kann.

Aufbau und Ausgangspunkt

Dückert eröffnet die Session mit der Einschätzung, dass persönliches Wissensmanagement, kurz PKM, auf Wissensmanagement-Veranstaltungen zu wenig Aufmerksamkeit erhält. Dabei sei entscheidend, wie einzelne Menschen lernen und Wissen weitergeben. Wenn niemand bereit sei, Wissen für andere aufzuschreiben oder Zeit in eine Community zu investieren, könnten auch organisationale Ansätze nicht funktionieren.

Die Session ist als Wechsel zwischen Impulsen und Austausch angelegt. Ein Conceptboard unterstützt die gemeinsame Arbeit; Mentimeter-Umfragen erfassen Geräte, Betriebssysteme, Browser und eingesetzte Werkzeuge. Auf einen zunächst bewusst werkzeugunabhängigen Einstieg folgen persönliche Lernstrategien, Erfahrungen aus der Runde und digitale Praxisbeispiele. Den Abschluss bilden ein Modell unterschiedlicher Austauschkreise und eine Diskussion über die Verlässlichkeit eigener Routinen.

Dückert betont dabei das Persönliche: Niemand müsse einen vermeintlich perfekten Ansatz übernehmen. Er selbst arbeite digital und auf Papier und sehe weiterhin Schwierigkeiten und Verbesserungsmöglichkeiten. Gegenseitiges Zeigen und Erzählen solle Anregungen liefern, nicht eine verbindliche Methode etablieren.

Haltung, Lernzeit und ein schlankes Toolset

Als Einstieg stellt Dückert Ergebnisse einer Übung auf der lernOS Convention vor. Rund 150 bis 160 Menschen hatten mit Lego Serious Play Modelle ihrer idealen Lernumgebung gebaut. Diese wurden anschließend semantisch verschlagwortet, ausgezählt und zusammengeführt. Nach seiner Darstellung entstanden neun Felder, die zunächst nicht auf konkrete Tools ausgerichtet waren.

Zentral ist die Haltung, sich so zu organisieren, als sei Wissen wichtig: für die eigene Arbeit, für andere und möglicherweise für nachfolgende Generationen. Dückert verbindet dies mit dem Anspruch der „Personal Mastery“ beziehungsweise „Knowledge Mastery“. Gemeint ist der Wunsch, das eigene Wissen nicht einfach für ausreichend zu halten, sondern im eigenen Tätigkeitsfeld wirklich gut zu werden.

Daraus leitet er mehrere Anforderungen ab:

  • Lernen braucht Zeit und Muße. Die Suche nach einer perfekten Methode ersetzt nicht das tatsächliche Lernen.
  • Lernphasen können vorübergehend weniger produktiv sein. Diese Einschränkung müsse akzeptiert werden.
  • Konkrete Lernziele helfen, begrenzte Zeit neben Kundenanforderungen oder dem Tagesgeschäft sinnvoll einzusetzen.
  • Ein vielfältiges Lernnetzwerk eröffnet andere Perspektiven und ermöglicht Lernen mit anderen.
  • Erfahrungen und gute Praktiken anderer können übernommen werden, statt alles selbst zu entwickeln.

Das Bild eines kleinen Rucksacks steht für ein schlankes Toolset. Wenige Werkzeuge gut zu beherrschen, ist für Dückert hilfreicher, als immer mehr Anwendungen mitzuführen. Neue Tools sollen daran gemessen werden, ob sie tatsächlich helfen oder Verschwendung in der eigenen Arbeit reduzieren. Ein Werkzeug nicht zu verwenden, sei ebenfalls eine legitime Entscheidung.

Aus der Runde kommt der Hinweis auf Ähnlichkeiten mit einem bestehenden PKM-Dimensionenmodell. Dückert erklärt, dass dieses bei der Übung nicht als Vorlage verwendet wurde. Ein Vergleich beider Ansätze wird als mögliche weitere Untersuchung angesprochen.

Persönliche Ausrichtung statt reiner Informationsablage

Mit einer Darstellung von Ikigai führt Dückert einen strategischen Blick auf das eigene Lernen ein. Für ihn bietet sie Fragen zur Ausrichtung als Wissensarbeiter:

  • Was liebe ich, und für welche Themen begeistere ich mich?
  • Worin bin ich gut, und wo kann ich Meisterschaft erreichen?
  • Was braucht die Welt?
  • Wofür bezahlt mich jemand?

Diese Fragen verbinden Interessen und Fähigkeiten mit einer gesellschaftlichen und einer wirtschaftlichen Dimension. Dückert verweist auch auf „Wellbeing“ als Lernziel im OECD Learning Compass. Lernen solle aus seiner Sicht nicht nur die eigene Leistungsfähigkeit erhöhen, sondern auch hinsichtlich seiner Folgen betrachtet werden.

Er empfiehlt, die verschiedenen Dimensionen etwa einmal jährlich im eigenen Wissensmanagement-Strategieprozess zu prüfen. Dabei könne sich herausstellen, dass die aktuelle Tätigkeit nicht mehr zur gewünschten Ausrichtung passe. Aus dem angestrebten Weg lasse sich anschließend ableiten, welche Wissensgebiete erschlossen werden müssen.

Dückert grenzt diese strategische Ebene vom persönlichen Informationsmanagement ab. Bei der Beschäftigung mit PKM lande man häufig schnell bei Dokumenten, Links, Kontakten und Dateien. Die vorgelagerte Frage, was man überhaupt lernen und entwickeln möchte, bleibe dagegen weniger sichtbar.

Eine Nachfrage zur unterschiedlichen Verwendung von „Love“ in der gezeigten Ikigai-Grafik kann er nicht beantworten. Die Darstellung dient hier als Reflexionsimpuls, ohne dass sämtliche Begriffe abschließend geklärt werden.

Erfahrungen aus der Runde: Qualität, Reflexion und körperliche Grenzen

Eine Teilnehmerin beschreibt einen über Jahre entwickelten Ansatz mit drei Bereichen: Grundlagen, Themen und Quellen. Grundlagen umfassen für sie Fakten und bestehende Prozesse. Themen betreffen Interessen und Entwicklungen, zu denen sie Resonanz sucht. Quellen liefern Anregungen von außen. Entscheidend sei, bei Anfragen schnell wieder auf spezialisiertes Wissen zurückgreifen zu können.

Ein Learning Circle zum Zettelkasten ergänzt diesen Ansatz. Einzelne Zettel werden verbunden und verknüpft; aus diesen Beziehungen sollen neue Themen und Mehrwert entstehen.

Ein weiterer Beitrag nennt Donald Schöns „The Reflective Practitioner“ als Orientierung. Persönliches Wissensmanagement bedeute, Dinge zu tun und das eigene Handeln zugleich zu reflektieren, beispielsweise durch persönliche After-Action-Reviews.

Derselbe Beitrag ergänzt die körperliche Dimension. Erfahrungen während der Corona-Zeit hätten gezeigt, wie wichtig längere Mittagspausen, Spaziergänge und Sport für Konzentration und Lernen seien. PKM umfasst damit in dieser Perspektive auch den Umgang mit den eigenen Belastungsgrenzen.

Außerdem wird Motivation als Voraussetzung eines funktionierenden Systems hervorgehoben. Eigene Themen und Interessen können demnach eine andere Wirkung entfalten als vorgegebene Kennzahlen. Auf Nachfrage stellt Dückert klar, dass persönliches Wissensmanagement sowohl berufliche als auch private Bereiche betreffen kann.

Die digitale Arbeitsumgebung als Rahmenbedingung

Die Umfragen führen von den grundlegenden Fragen zur konkreten Arbeitsumgebung. Dückert berichtet von einem eigenen Experiment während der Pandemie, bei dem er wochenweise verschiedene Betriebssysteme und Geräte ausprobierte. Viele seiner Tätigkeiten hätten sich inzwischen von nativen Anwendungen in den Browser verlagert, wodurch Wechsel leichter würden.

Die gezeigten Antworten legen einen Schwerpunkt auf Notebook und Smartphone nahe. In der Browserumfrage liegt Firefox vorne. Dückert nutzt diese Ergebnisse nicht als allgemeine Bestandsaufnahme, sondern als Ausgangspunkt für Fragen nach technischen Abhängigkeiten.

Dazu gehören etwa Dateiverschlagwortung, die Verfügbarkeit einer Notizanwendung auf verschiedenen Plattformen und die Nutzung von Browsererweiterungen. Beim Speichern von Lesezeichen interessiert ihn besonders, ob sie später wiedergefunden, durchsucht, verschlagwortet und mobil genutzt werden können. Änderungen eines Anbieters könnten einen eingespielten persönlichen Ansatz erheblich beeinflussen. Solche Detailfragen schlägt er für vertiefende Folgesessions vor.

Second Brain und die Grenze zum Organisationswissen

Unter den Begriffen Second Brain und Memex diskutiert Dückert einen persönlichen, vernetzten Wissensspeicher. Er verweist auf Vannevar Bushs Artikel „As We May Think“ von 1945 und dessen Vorstellung eines Speichers, in dem Inhalte abgelegt und miteinander verbunden werden können. Wikis und heutige Notizanwendungen ordnet er als Ausprägungen dieser Idee ein.

Für seinen eigenen Wissensspeicher sei besonders wichtig, auch langfristig auf Inhalte zugreifen zu können. Seine Entwicklung führte von Moleskine-Notizbüchern über TiddlyWiki, Joplin und OneNote zu Obsidian.

Im Austausch wird deutlich, dass persönlicher Speicher und Organisationswiki nicht automatisch dieselben Inhalte enthalten. Dückert beschreibt die Übertragung aus seinem Memex in ein offenes Wiki als manuellen Prozess mit Medienbrüchen.

Zudem unterscheidet die Runde zwischen „persönlich“ und „privat“. Individuell gesammelte Informationen können zum Arbeitskontext einer Organisation gehören und vertraglichen Grenzen unterliegen. Private Interessen oder eigene Weiterbildungsziele müssen dagegen nicht für ein Unternehmenswiki bestimmt sein. Die Diskussion benennt eine Grauzone, ohne eine allgemeine Lösung für alle Fälle zu formulieren.

Obsidian: Vernetzung, Tagesnotizen und Wiedervorlage

An Obsidian zeigt Dückert seine aktuelle Praxis. Er hebt hervor, dass Seiten als einzelne lokale Dateien gespeichert werden und bei Bedarf synchronisiert werden können. Für private Gesundheitsunterlagen möchte er beispielsweise nicht automatisch eine Cloudablage verwenden.

Sein System öffnet täglich eine Seite mit dem aktuellen Datum. Diese dient als laufendes Tagebuch beziehungsweise „Live-Logging“. Themenseiten, etwa zu #gkc24, bündeln Zusammenhänge; Suche, Verlinkungen und deren Visualisierung schaffen weitere Zugänge.

Die Demonstration umfasst auch KI-Funktionen. Generierte Ideen lassen sich in eine Seite übernehmen und anschließend bearbeiten. Bei Zusammenfassungen oder anderen Anfragen müsse bewusst entschieden werden, ob Inhalte an einen externen Anbieter geschickt werden dürfen.

Ein Plugin sammelt offene Aufgaben über mehrere Seiten hinweg. Dückert verbindet dies mit der „Someday/Maybe“-Liste aus Getting Things Done. In einer vierteljährlichen Rückschau prüft er, welche Vorhaben noch relevant sind und welche gelöscht werden können, damit die Sammlung nicht unbegrenzt wächst.

KI nach tatsächlichem Nutzen auswählen

In der KI-Umfrage liegt ChatGPT deutlich vorne; lokale KI wird in den Antworten nicht genannt. Für Dückert ist gerade lokale Verarbeitung wichtig, weil Kundenverträge die Weitergabe von Daten an Drittanbieter untersagen können.

Er demonstriert LM Studio als Software zum Laden lokaler Sprachmodelle und nennt GPT4All als weitere Möglichkeit. Die Anfrage könne auch ohne Internetverbindung verarbeitet werden. Als Beispiel verwendet er ein auf Deutsch angepasstes Llama-Modell. Er vergleiche Aufgaben, soweit erlaubt, parallel mit GPT-4 und lokaler KI, um Qualitätsunterschiede und geeignete Einsatzbereiche einzuschätzen.

Eine offene Umfrage fragt anschließend nach KI-Anwendungen, auf die die Teilnehmenden nicht verzichten möchten. Dückert unterscheidet dabei mögliche Anwendungen von tatsächlich regelmäßig genutzten Arbeitsweisen. Entscheidend seien konkrete Zeitersparnis oder ein Gewinn an Kreativität.

Als eigenes Beispiel nennt er die Erstellung einer englischen Fassung eines deutschsprachigen Barcamp-Videos. Dafür sei eine Kette mehrerer Werkzeuge erforderlich. Praktisch erprobte Anwendungsfälle zusammen mit solchen Toolketten bezeichnet er als interessantes Austauschfeld.

Wissensvisualisierung und Offenheit

Zum Überblick über Themenfelder, Aufgaben und Fachwissen nutzt Dückert Wissensvisualisierung. In Freeplane kann er Zusammenhänge strukturieren und priorisieren; detaillierte Aufgabenprofile dokumentiert er dagegen in OneNote. Aus der Runde kommen weitere Werkzeughinweise, darunter Miro, XMind und Markmap. Letzteres wird als Möglichkeit besprochen, interaktive Mindmaps in Webseiten einzubetten.

Zum Abschluss unterscheidet Dückert vier Austauschbereiche:

  • Core: persönliche Informationsorganisation.
  • Inner Loop: formelle Zusammenarbeit in Projekten, Abteilungen oder Gremien.
  • Outer Loop: organisationsweite Communities und Interessengemeinschaften.
  • Open Loop: Veröffentlichungen im freien Internet.

Seine abschließende Botschaft lautet, den Übergang von ausschließlich persönlicher Ablage zu „open by default“ zu prüfen. Gibt es keinen Grund gegen eine breitere Bereitstellung, könne Wissen statt im eigenen Speicher im Team, im Intranet oder in einem offenen Wiki stehen. Dadurch werde es für andere nutzbar und könne um deren Erfahrungen ergänzt werden.

Die letzte Frage richtet sich auf die tatsächliche Umsetzbarkeit solcher Routinen. Dückert verweist auf feste Kalendereinträge und Checklisten: Sein wöchentliches GTD-Review steht im Kalender, die zugehörige Checkliste in OneNote. Auch diese Routine könne bei dringenden Projektanforderungen ausfallen. Damit endet die Session nicht mit einem Perfektionsanspruch, sondern mit einem Einblick in die praktische Verankerung persönlicher Wissensarbeit.

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung von GfWM Wiki. Durch die Nutzung von GfWM Wiki erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies speichern.