Gkc26-Session: Wie wird Wissen in der KI-Ära zu wirksamem Handeln?
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Diese Seite ist KI-generiert. Sowohl die Zusammenfassung als auch das zugrundeliegende Transkript der Videoaufzeichnung wurden mithilfe von KI erstellt.
| Wie wird Wissen in der KI-Ära zu wirksamem Handeln? | |
|---|---|
| Art | Barcamp-Session |
| KnowledgeCamp | KnowledgeCamp 2026 |
| Sessiongebende | Felix Harling
|
| Datum | 09.10.2026 |
| Zeit | 13:00 bis 13:45 Uhr |
| Raum | Karlsruhe (2.OG) |
| Sprache | Deutsch
|
| Im Programm | Pretalx |
| KI-Unterstützung | Whisper large-v3 (Transkription), gpt-6.1-sol (Redaktion) |
Aus dem Veranstaltungsprogramm:
Erfahrungsaustausch mit einer 100% HUMAN Methode
Zusammenfassung
Die Barcamp-Session „Wie wird Wissen in der KI-Ära zu wirksamem Handeln?“ von Felix Harling beschäftigte sich mit der Frage, wie aus einer großen Menge an Wissen tatsächlich Handeln entsteht. Harling formulierte als Ausgangsthese, dass es der Welt weniger an Wissen als an wirksamem Handeln fehle. Die Session sollte unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven zu dieser Frage zusammenbringen.
Im Mittelpunkt stand keine technische Demonstration von KI, sondern eine strukturierte Übung im Sprechen und Zuhören. In kleinen Gruppen erhielten die Teilnehmenden nacheinander ununterbrochene Redezeit. Zwischen den Beiträgen lagen stille Phasen. Anschließend reflektierten alle für sich, welche Bedingungen wirksames Handeln unterstützen, welche Hindernisse bestehen und welcher nächste Schritt oder welches Experiment sich daraus ergeben könnte.
Inhaltlich kamen sowohl mögliche Hilfen durch KI als auch Vorbehalte gegenüber ihrer Nutzung zur Sprache. Dazu gehörten die Ordnung eigener Notizen und Informationen, die wachsende Informationsfülle sowie die Frage, wie selbstbestimmt Menschen handeln, wenn sie sich von KI-Systemen beraten lassen. Die abschließenden Rückmeldungen betonten vor allem den Wert des ununterbrochenen Zuhörens, der Entschleunigung und einer bewussten Entscheidung darüber, wofür KI eingesetzt werden soll.
Ausgangspunkt und persönlicher Hintergrund
Vom Wissen zum Handeln
Zum Einstieg lud Felix Harling dazu ein, nach der Mittagspause zunächst im Raum anzukommen. Die Teilnehmenden sollten bequem sitzen, Spannungen lösen und ihre Aufmerksamkeit auf Geräusche, Atem, Körperempfindungen und gegenwärtige Gedanken richten. Diese kurze Wahrnehmungsübung ging der inhaltlichen Einführung voraus.
Harling beschrieb die Leitfrage als eine Frage nach dem Umgang mit einer „Unmenge an Wissen und auch Unwissen“. Seine Einschätzung war, dass nicht die Verfügbarkeit von Wissen das zentrale Problem darstelle, sondern dessen Umsetzung in wirksames Handeln.
Er verband diese Frage mit seiner eigenen beruflichen Neuorientierung nach dem Ausstieg aus einem Konzern. Als einen aktuellen Bezugspunkt nannte er seine Beteiligung an der School for Moral Ambition. Er stellte sie als eine auf dem Buch „Moralische Ambition“ von Rutger Bregman beruhende Initiative mit Community, Lernreise und Fellowships vor und empfahl sie Interessierten im Raum.
Die von ihm beschriebene Grundidee war, sich der Lösung großer Probleme der Welt zuzuwenden. Auch sein eigenes Buchvorhaben ordnete er diesem Anliegen zu: Er wolle Menschen ansprechen, die sich mit ihren Fähigkeiten noch nicht am richtigen Ort sehen und einen Beitrag zu etwas Größerem leisten möchten. Dabei hob er vernachlässigte Probleme als möglichen Ansatzpunkt hervor.
Gespräche als Ausgangspunkt für wirksames Handeln
Als methodischen Hintergrund stellte Harling „Art of Hosting and Harvesting Conversations that Matter“ vor. Er hatte diesen Ansatz nach eigener Aussage in einer Schulung an der Evangelischen Akademie Bad Boll kennengelernt. Besonders passend zur Session erschien ihm eine dort erlebte Übung, in der Sprechen und Zuhören klar voneinander getrennt werden.
Harling verband die Methode mit der Vielfalt von Perspektiven: Sowohl in einer polarisierten Gesellschaft als auch in Unternehmen und Organisationen gebe es unterschiedliche Sichtweisen auf dieselben Themen. Die Erfahrungen und Einsichten der Anwesenden sollten deshalb nicht nur nebeneinanderstehen, sondern in einer gemeinsamen „Ernte“ für die Gruppe zugänglich werden.
Ablauf und Gesprächsregeln
Kleingruppen mit geschützter Redezeit
Die Übung war zunächst für Dreiergruppen vorgesehen. Nach der Abstimmung über die Gruppeneinteilung wurde sie auf Vierergruppen angepasst. Harling regte an, möglichst mit Menschen zusammenzukommen, die man noch nicht kannte. Als unkompliziertes Kriterium für den Beginn sollte jeweils die Person mit dem hellsten T-Shirt zuerst sprechen.
Für die erste Runde galt folgender Ablauf:
- Eine Person sprach drei Minuten lang zur Leitfrage.
- Die anderen hörten zu, ohne zu unterbrechen oder Nachfragen zu stellen.
- Anschließend folgte eine Minute Stille, in der das Gesagte nachwirken konnte.
- Danach wechselte die Redezeit zur nächsten Person.
Besonders wichtig war Harling, aus der eigenen Erfahrung zu sprechen. Gefragt waren persönliche Beobachtungen, Erfahrungen und Einsichten statt allgemeiner Aussagen darüber, wie etwas grundsätzlich sei. Das Zuhören sollte nicht unmittelbar in eine Diskussion oder eine Rückmeldung übergehen.
Auch ein vorzeitiges Ende des eigenen Redebeitrags sollte nicht dazu führen, dass die nächste Person früher begann. Wenn jemand nichts mehr sagen wollte, blieb der restliche Zeitraum still. Die Gruppe sollte im gemeinsamen zeitlichen Rhythmus bleiben.
Zweite Runde und Vertraulichkeit
Vorgesehen waren zwei Gesprächsrunden. Angesichts der verbleibenden Zeit verkürzte Harling die zweite Runde auf jeweils zwei Minuten Redezeit und 30 Sekunden Stille. Die Leitfrage blieb gleich. Die Teilnehmenden konnten Gedanken aus der ersten Runde aufgreifen oder einen anderen Aspekt ergänzen.
Harling unterschied ausdrücklich zwischen der gemeinsamen Einführung und Abschlussphase einerseits und den Kleingruppengesprächen andererseits. Die Beiträge in den Gruppen sollten unter den Beteiligten bleiben und nicht Teil der späteren Aufzeichnung sein. Für die Dokumentation sah er dagegen die Einführung und die gemeinsame Ernte vor.
Inhaltliche Spannungsfelder
Informationsfülle und Orientierung
In den Gesprächen wurde die Schwierigkeit, vom Wissen zum Handeln zu gelangen, nicht als ausschließlich neues KI-Problem beschrieben. Bereits ohne KI könne Wissen vorhanden sein, ohne dass daraus eine Handlung folge. Mit KI komme jedoch eine zusätzliche Menge an Informationen und erzeugten Texten hinzu.
Diese Fülle wurde als mögliche Erschwernis für Orientierung angesprochen. Mehr verfügbare Inhalte bedeuten aus dieser Perspektive nicht automatisch, dass klarer wird, was in einer konkreten Situation zu tun ist. Die Frage nach wirksamem Handeln blieb damit auch eine Frage der Auswahl und Einordnung von Informationen.
Daneben wurde KI als mögliche Unterstützung bei genau dieser Aufgabe betrachtet. Als vorstellbarer Nutzen wurde genannt, eigene Notizen und gesammelte Informationen zu ordnen, für eine bestimmte Situation relevante Punkte herauszufiltern und offene Aufgaben sichtbar zu machen. Ein Beispiel war die Vorbereitung eines Kundentermins anhand bisheriger Notizen und noch offener Punkte. Dies wurde als mögliche Anwendung beschrieben, nicht als nachgewiesenes Ergebnis der Session.
Unterstützung und eigene Urteilsfähigkeit
Ein weiteres Spannungsfeld betraf die Rolle von KI bei Entscheidungen. In der Diskussion wurden Vorbehalte gegenüber Entscheidungen angesprochen, die sich auf Daten stützen, ohne dem jeweiligen Einzelfall ausreichend gerecht zu werden. Als Kontext kam dabei auch die öffentliche Verwaltung zur Sprache.
Für den persönlichen Gebrauch wurde die Frage aufgeworfen, wie KI-Beratung das eigene Handeln beeinflusst. Ein System könne Menschen möglicherweise ins Handeln bringen; damit sei aber noch nicht geklärt, ob dieses Handeln ihren eigenen Absichten entspreche. Handlungsempfehlungen wurden deshalb nicht grundsätzlich verworfen, ihre eigenständige Bewertung aber als wichtig bezeichnet.
Auch die Herkunft und Qualität der verwendeten Daten wurden thematisiert. Die Diskussion machte damit deutlich, dass die Nützlichkeit einer Antwort nicht losgelöst von den Grundlagen betrachtet werden sollte, auf denen sie entsteht.
Routinen, Ausprobieren und Reflexion
Als mögliche Brücke zwischen Wissen und Handeln wurden persönliche Routinen angesprochen, etwa regelmäßig auf die eigenen Notizen zurückzukommen. Daneben kamen Ausprobieren, Fehler und erneute Versuche als Bestandteile des Lernens zur Sprache.
Diese Überlegungen standen neben der Skepsis gegenüber einer vorschnellen Übernahme maschinell erzeugter Vorschläge. Die im Gespräch erkennbare Spannung lag darin, einerseits praktisch Erfahrungen zu sammeln und andererseits das eigene Denken und Bewerten nicht an das Werkzeug abzugeben.
Individuelle Reflexion und gemeinsame Ernte
Nach den Kleingruppen bat Harling um eine stille persönliche Auswertung. Dafür sollten sich die Teilnehmenden zwei Minuten Zeit nehmen und Notizen zu drei Punkten machen:
- Was habe ich über Bedingungen wirksamen Handelns gelernt?
- Welche Hindernisse spielen eine Rolle?
- Was könnte für mich ein nächster Schritt oder ein Experiment sein?
Für die gemeinsame Schlussphase wurde eine kurze Verlängerung der Session abgestimmt. Harling bot außerdem an, freiwillig geteilte schriftliche Reflexionen zusammenzuführen. Die Zusammenstellung sollte an diejenigen zurückgehen, die ihre eigenen Notizen ebenfalls zur Verfügung stellen wollten. Im Transkript ist dieses Angebot dokumentiert, nicht die spätere Durchführung.
Die abschließende Ernte war bewusst offen: Beiträge konnten sich sowohl auf Einsichten zur Leitfrage als auch auf Erfahrungen mit der Gesprächsmethode beziehen.
Zuhören, ohne sofort zu reagieren
Katharina bewertete die Methode ausdrücklich positiv. Sie beschrieb, dass ihr Zuhören schwerfalle und sie auch dann, wenn sie zuhöre, gerne sofort in Diskussion oder Rückmeldung einsteige. Dies einmal diszipliniert nicht zu tun und das Gesagte zunächst stehen zu lassen, habe sie als hilfreich erlebt. Sie wollte diese Erfahrung künftig weiter anwenden.
Damit bezog sich ihre Rückmeldung unmittelbar auf die Gesprächsregeln: Der Verzicht auf Unterbrechungen war für sie nicht nur eine organisatorische Vorgabe, sondern eine eigene Lernerfahrung.
KI bewusst als Werkzeug einsetzen
In einer weiteren Abschlussrückmeldung wurde die Übung als Gelegenheit beschrieben, zur Ruhe zu kommen und Gedanken zu sortieren. Als persönliche Erkenntnis wurde festgehalten, KI als technisches Werkzeug zu betrachten und selbst darüber zu bestimmen, wofür es eingesetzt wird. Dazu gehöre auch, andere Menschen in dieser selbstbestimmten Nutzung zu unterstützen.
Die Rückmeldung verband diese Einordnung mit einem Gefühl größerer Handlungsfreiheit und Entschleunigung. Die Session endete damit nicht mit einem einheitlichen Maßnahmenplan, sondern mit persönlichen Schlussfolgerungen: bewusster zuhören, Eindrücke zunächst verarbeiten und den Einsatz von KI an eigenen Absichten ausrichten.