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Gkc26-Session: Fokus - Wie geht das?

Aus GfWM Wiki
Disclaimer
Diese Seite ist KI-generiert. Sowohl die Zusammenfassung als auch das zugrundeliegende Transkript der Videoaufzeichnung wurden mithilfe von KI erstellt.
Fokus - Wie geht das?
Art Barcamp-Session
KnowledgeCamp KnowledgeCamp 2026
Sessiongebende Ingrid Scherübl


Datum 08.10.2026
Zeit 16:00 bis 16:45 Uhr
Raum PMG Media4AI (3.OG)
Sprache Deutsch


Im Programm Pretalx
KI-Unterstützung Whisper large-v3 (Transkription), gpt-6.1-sol (Redaktion)

Aus dem Veranstaltungsprogramm:

#produktiv statt busy #Organisationsentwicklung Impuls & Workshop -> Wissensaggregation Ich möchte ein Problem lösen



Zusammenfassung

In der Barcamp-Session „Fokus - Wie geht das?“ stellte Ingrid Scherübl ein strukturiertes Format für konzentrierte Einzelarbeit in gemeinsamer, stiller Arbeitsatmosphäre vor. Ausgangspunkt war ihre Erfahrung aus der Arbeit mit Menschen an Universitäten und in anderen wissensintensiven Arbeitsfeldern: Konzentration entstehe nicht automatisch, sobald zwischen Besprechungen etwas Zeit frei werde. Sie brauche geschützte Räume, bewusste Übergänge und organisatorische Vereinbarungen.

Im Mittelpunkt stand die etwa einstündige „Fokus-Session“ als angeleitetes Silent Coworking. Die Teilnehmenden legen ein Arbeitsziel fest, beseitigen Ablenkungen, aktivieren sich körperlich und arbeiten anschließend üblicherweise 50 Minuten still an ihren jeweiligen Aufgaben. Zum Abschluss reflektieren sie das Erreichte. Scherübl betonte dabei nicht nur das Anfangen und Durchhalten, sondern auch das bewusste Aufhören und die Anerkennung der eigenen Arbeit.

Die Diskussion erweiterte dieses Format um Fragen der Unternehmenskultur: Wie lässt sich zeitweise Unerreichbarkeit legitimieren? Wer begleitet die Einführung neuer Routinen? Welche Vorbildfunktion haben Führungskräfte? Und wie können unterschiedliche Konzentrationsbedürfnisse berücksichtigt werden? Eine zentrale Linie war die Unterscheidung zwischen sichtbarer Geschäftigkeit, ständiger Ansprechbarkeit und tatsächlich vertiefter Arbeit.

Einstieg und Problemstellung

Zu Beginn bat Scherübl die Anwesenden, sich einer benachbarten Person zuzuwenden und drei Minuten darüber auszutauschen, was sie daran hindern könnte, während der folgenden 45 Minuten wirklich präsent zu sein. Damit begann die Session nicht mit einer Definition von Fokus, sondern mit der Wahrnehmung möglicher Ablenkungen.

Im anschließenden Gespräch wurde hinterfragt, wie lange sich vollständige Konzentration überhaupt aufrechterhalten lasse. Scherübl beschrieb Aufmerksamkeit als etwas Bewegliches: Schon ein einzelnes Wort oder die direkte Ansprache einer Person könne den Fokus verschieben. In der Zusammenarbeit werde das besonders relevant, wenn Kollegialität mit jederzeitiger Ansprechbarkeit gleichgesetzt werde und dadurch viele Unterbrechungen entstünden.

Ihre Diagnose für Organisationen lautete, dass häufig ausreichend Zeit für Besprechungen über Arbeit vorgesehen sei, aber zu wenig geschützte Zeit für deren Ausführung. Sie unterschied zwischen „Strategizing“ und „Executing“: Aus einem Meeting entstünden Aufgaben, doch unmittelbar danach beginne oft schon das nächste. Die Erfahrung, den ganzen Tag in Besprechungen zu sitzen und nicht zum Arbeiten zu kommen, betrachtete sie als Hinweis auf Verbesserungsbedarf bei der Konzentrationskultur.

Die Fokus-Session als strukturiertes Arbeitsformat

Scherübl stellte Fokus-Sessions als ortsunabhängiges Format vor, mit dem sie vertieftes Arbeiten insbesondere im Hochschulbereich verankert. Als Beispiel nannte sie den Online-Coworking-Space „The Writing Academic“, in dem täglich mehrere solcher Termine stattfinden. Für Unternehmen müsse die Praxis nicht dieselbe Dichte haben; ein gemeinsamer Termin pro Woche könne ein Einstieg sein.

Ein meetingfreier Zeitraum allein reiche aus ihrer Sicht nicht unbedingt aus. Auch ein „Focus Friday“ schaffe zunächst nur Freiraum. Um diesen tatsächlich für Konzentration zu nutzen, brauche es einen Übergang aus dem vorherigen Arbeitsmodus und später auch wieder einen bewussten Ausstieg.

Ablauf einer Fokus-Session

Der vorgestellte Ablauf umfasst mehrere aufeinanderfolgende Schritte:

  • Arbeitsabsicht festlegen: Zu Beginn bestimmen die Teilnehmenden, welches konkrete Ergebnis sie während der Arbeitsphase erreichen möchten. Dieses Ziel wird mit den anderen geteilt. Scherübl beschrieb die Veröffentlichung als eine Form gegenseitiger Verbindlichkeit: Am Ende möchte man berichten können, was daraus geworden ist.
  • Zwei Minuten Vorbereitung: Benötigtes Material wird bereitgelegt, das E-Mail-Programm geschlossen und das Telefon beispielsweise in den Flugmodus versetzt. Alles, was nicht zur Aufgabe gehört, soll möglichst aus dem Arbeitsfeld verschwinden.
  • Körperliche Aktivierung: Zu einem Lied bewegen sich die Teilnehmenden ungefähr drei Minuten lang, etwa durch Tanzen oder einfache Übungen. Scherübl verband damit die Absicht, den Kreislauf anzuregen, Anspannung abzubauen und einen anderen körperlichen Ausgangszustand für die Arbeit zu schaffen.
  • Stille Arbeitsphase: Nach kurzem Ankommen und Durchatmen beginnt üblicherweise eine 50-minütige Konzentrationszeit. Jede Person arbeitet an ihrer eigenen Aufgabe. Ein rückwärts laufender Timer macht die verbleibende Zeit sichtbar.
  • Bewusster Abschluss: Ein Gong beendet die Arbeitsphase. Anschließend wird im Chat geteilt, was erreicht wurde und wie die Session erlebt wurde. Dazu können auch ein Teilergebnis, Schwierigkeiten oder das Bedauern gehören, einen gerade erreichten Arbeitsfluss zu unterbrechen.

Die gemeinsame Struktur ersetzt dabei keine fachliche Zusammenarbeit. Während der Fokuszeit wird nicht miteinander gesprochen. Geteilt werden vor allem die Absicht am Anfang und die Bilanz am Ende.

Begrenzung, Motivation und Anerkennung

Scherübl erläuterte den Timer als „Timeboxing“: Die zeitliche Begrenzung setze eine kleine Deadline. Zugleich solle das Format verhindern, dass konzentriertes Arbeiten mit unbegrenztem Durchhalten verwechselt werde. Aufmerksamkeit auszurichten, wieder loszulassen und anschließend zu regenerieren, beschrieb sie als trainierbare Praxis.

Besonders wichtig war ihr, das Erreichte anzuerkennen. Wer nach jeder erledigten Aufgabe sofort nur die noch offenen Anforderungen sehe, könne nach ihrer Darstellung in eine negative Motivationsspirale geraten. Den Abschluss verstand sie deshalb auch als Gelegenheit, sich über die eigene Arbeit zu freuen.

Rückfragen zur Anwendung

Allein arbeiten und externe Anleitung nutzen

Auf die Frage, ob das Verfahren auch allein nutzbar sei, verwies Scherübl auf Audioanleitungen. Diese könnten unabhängig von festen Gruppenterminen gestartet werden.

Entscheidend sei aus ihrer Sicht, dass die Struktur von außen komme. Sie verglich dies mit angeleitetem Yoga: Auch wenn die einzelnen Schritte bekannt seien, könne eine Anleitung einen anderen Ablauf ermöglichen, als wenn man sich gleichzeitig selbst organisieren müsse. In ihrer Praxis würden sich live moderierte und automatisiert angeleitete Formate ergänzen.

Später am Tag und bei unterschiedlichen Voraussetzungen

Eine Rückfrage galt der Nutzung nach einem bereits anstrengenden Arbeitstag. Scherübl erklärte, das wiederkehrende Ritual solle gerade den Wechsel aus einem vorherigen Zustand in konzentriertes Arbeiten unterstützen. Man müsse nicht auf Inspiration oder den passenden Moment warten.

Zur Anwendung bei Kindern sagte sie ausdrücklich, dass sie damit selbst noch keine Erfahrung habe. Sie berichtete von Versuchen mit Erwachsenen mit ADHS, die ihrer Wahrnehmung nach stark profitiert hätten. Zugleich sei die regelmäßige Teilnahme teilweise schwierig gewesen. Eine allgemeine Aussage zur Wirksamkeit bei Kindern wurde daraus nicht abgeleitet.

Einstieg in Unternehmen

Für die Übertragung auf ein räumlich verteiltes Kollegium empfahl Scherübl zunächst eine minimale Praxis, beispielsweise eine Fokus-Session pro Woche. Nicht jede Arbeit müsse so organisiert werden. Das Format könne zunächst für besonders anspruchsvolle oder unangenehme Aufgaben erprobt werden.

Sie berichtete von einem begonnenen Einsatz mit einer Agentur. Eine geplante Bildschirmdemonstration dieses Beispiels konnte wegen technischer Verbindungsprobleme nicht gezeigt werden. Die Frage nach übertragbaren Erfahrungen wurde daher vor allem anhand des Formats und möglicher Einführungsschritte besprochen, nicht anhand ausführlich dargestellter Ergebnisse dieses Unternehmens.

Aufschieben, Routinen und Verbindlichkeit

In der Diskussion wurde angesprochen, dass Menschen schwierige Aufgaben mitunter bewusst vermeiden und sich stattdessen mit anderen Tätigkeiten beschäftigen. Als Beispiel diente das Schreiben an einer Dissertation.

Scherübl setzte dem kurze, regelmäßige Arbeitsphasen entgegen. Eine zeitlich begrenzte Verpflichtung sei leichter einzugehen als der Vorsatz, gleich mehrere Tage oder ein ganzes Wochenende ausschließlich an einem großen Vorhaben zu arbeiten. Für wissenschaftliches Schreiben schlug sie eine tägliche Fokus-Session als kleine Routine vor.

Aus dem Kreis der Teilnehmenden wurde die Verbindlichkeit gegenüber anderen als hilfreich beschrieben: Ein Ziel zu benennen und später darüber zu berichten, könne dazu beitragen, überhaupt anzufangen. Auch ein nur teilweise erreichtes Ziel könne sichtbar machen, dass an der Aufgabe gearbeitet wurde.

Scherübl fasste wiederkehrende Rhythmen, Routinen und Rituale als Bestandteile einer Konzentrationskultur auf. Zugleich regte sie an, die eigene Rolle zu prüfen: Manche Aufgabenprofile enthielten viel vertiefte Einzelarbeit, andere stärker Koordination oder die Aufgabe, anderen konzentriertes Arbeiten zu ermöglichen.

Gemeinsame Arbeit an einer Konzentrationskultur

Im weiteren Verlauf stellte sich die Frage, wie andere für Fokus-Sessions gewonnen werden könnten und ob solche Angebote innerhalb eines Teams oder abteilungsübergreifend sinnvoller seien. Eine eindeutige Entscheidung für eine Gruppenzusammensetzung fiel nicht.

Scherübl betonte stattdessen die Voraussetzungen: Es brauche ein gemeinsames Verständnis von Konzentration als begrenzter Ressource, eine Einführung in die Praxis und die Erlaubnis, sich nach einer Arbeitsphase auch wieder zu erholen. Für manche Menschen sei vor allem der verbindliche Start hilfreich, für andere die Aufforderung, rechtzeitig aufzuhören.

Anschließend bat sie um drei Minuten schriftliches Brainstorming. Die Teilnehmenden konnten sich mit zwei Fragen beschäftigen:

  • Welche Bausteine fehlen im eigenen Arbeitsalltag für eine Konzentrationskultur?
  • Wie lassen sich andere für entsprechende Strukturen, Regeln und zeitweise Unverfügbarkeit gewinnen?

Es folgte ein Austausch zu zweit und danach eine offene Sammlung im Plenum. Scherübl bat darum, die Notizzettel zum Abschluss abzugeben.

Verantwortung und Vorbilder

In der Sammlung wurde eine klare Zuständigkeit für die Einführung genannt: Jemand müsse die Praxis begleiten und insbesondere Durststrecken überbrücken, bis daraus eine tragfähige Routine werde.

Als weiterer Faktor wurde die Vorbildrolle von Führungskräften hervorgehoben. Wenn diese selbst geschützte Arbeitszeiten nutzten, könne das anderen signalisieren, dass zeitweise Nichterreichbarkeit erlaubt sei.

Mehrere Beiträge bezogen sich auf Vertrauen und unausgesprochene Annahmen wie die Gleichsetzung von Erreichbarkeit mit Arbeit. Scherübl stellte dem die Unterscheidung zwischen „busy“ und produktiv gegenüber. Gleichzeitig betonte sie, dass geschützte Fokuszeiten nicht bedeuten sollten, jede Abstimmung aufzugeben. Gesucht seien Rhythmen, in denen konzentrierte Arbeit und gemeinsamer Abgleich Platz hätten.

Pausen, Arbeitsumgebung und unterschiedliche Bedürfnisse

Zur Konzentrationskultur gehörte für die Diskussion ausdrücklich auch eine Pausenkultur. Als praktisches Beispiel wurde ein Daily Stand-up genannt, in dem sichtbar werde, welche Tagesaufgaben besondere Konzentration benötigen und vor Unterbrechungen geschützt werden sollten.

Ein Erfahrungsbericht beschrieb, wie schwierig es sein könne, den Wunsch nach einem ruhigen Arbeitsraum überhaupt anzusprechen. Schon das gemeinsame Reden über Konzentrationsbedürfnisse wurde als entlastend erlebt. Scherübl verknüpfte dies mit Neuroinklusion: Menschen könnten Ablenkungen unterschiedlich gut ausblenden.

Auch die Gegenüberstellung von Homeoffice und Büro blieb differenziert. Ruhiges Arbeiten zu Hause könne Konzentration erleichtern; zugleich könne dort sozialer Austausch fehlen. Aus selbstständiger Arbeit wurde ergänzt, dass auch Freiheit ohne störende Kolleginnen und Kollegen erst strukturiert werden müsse.

Offene Frage zum Abschluss

Der letzte Beitrag fragte nach dem Verhältnis von organisierter Stillarbeit und tatsächlicher gemeinsamer Arbeit an einer Sache. Wenn Menschen ohnehin an einem Ort zusammenkämen, könnten Aufgaben sinnvoll sein, die gerade vom gemeinsamen Bearbeiten profitierten.

Damit blieb die Abgrenzung zwischen Silent Coworking und kollaborativer Aufgabenbearbeitung als offene Frage stehen. Scherübl verwies auf die anschließende Pause, ohne das Thema im dokumentierten Gespräch noch auszuführen. Die Session endete mit Dank an die Teilnehmenden und dem Hinweis, nun den Geist wieder zu erfrischen.

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