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Gkc24-Vortrag: Durch Austausch die Zukunftsfähigkeit stärken: Wissenstransfer als Erfolgsfaktor für Familienunternehmen

Aus GfWM Wiki
Durch Austausch die Zukunftsfähigkeit stärken: Wissenstransfer als Erfolgsfaktor für Familienunternehmen
Art Vortrag
KnowledgeCamp KnowledgeCamp 2024
Speaker*in Eva Mettenmeier
Organisation Maschinenraum
Track Kuratierter Track Wirtschaft
Datum 11.10.2024
Zeit 13:00 bis 13:45 Uhr



KI-Unterstützung GPT-6.1 Sol

Aus dem Veranstaltungsprogramm

Familienunternehmen sind traditionell eher weniger dafür bekannt, ihre Türen für den Austausch zu öffnen – nicht umsonst galten sie lange Zeit als "Hidden Champions". In der heutigen vernetzten Welt schafft es jedoch kein Unternehmen alleine, die großen Herausforderung der Zeit zu lösen. Der Maschinenraum vernetzt rund 80 deutschsprachige Familienunternehmen und kuratiert systematisch den Austausch in Fachbereichen wie Strategie, Personalentwicklung oder Innovationsmanagement, um die Unternehmen auf die Zukunft vorzubereiten. In einem Impuls gibt Eva Mettenmeier, Managing Director des Maschinenraums, einen Einblick, wie der Maschinenraum den Dialog zwischen Unternehmen fördert.

Disclaimer: Diese Seite ist KI-generiert, basierend auf einer KI-Zusammenfassung des Transkripts vom vorstehenden Youtube-Video!

Überblick

Eva Mettenmeier stellt den Maschinenraum als Netzwerk vor, in dem 80 Familienunternehmen Wissen, Erfahrungen und Ressourcen teilen. Im Mittelpunkt steht ein kuratierter, unternehmensübergreifender Austausch: Die Mitgliedsunternehmen liefern die fachlichen Inhalte, während das Maschinenraumteam Themen bündelt, passende Menschen verbindet und Formate organisiert. Der Vortrag zeigt, wie virtuelle Veranstaltungen, persönliche Begegnungen, eine Online-Community und eine Knowledge Base zusammenwirken. Die anschließende Diskussion beleuchtet insbesondere die Bereitschaft zum Teilen, Konkurrenzsituationen und die Grenzen der Wissensdokumentation.

Gliederung und Aufbau des Vortrags

Mettenmeier beginnt mit den Herausforderungen, die eine Öffnung von Familienunternehmen nach außen erforderlich machen. Anschließend beschreibt sie die Zusammensetzung des Netzwerks und unterscheidet zwischen dem Teilen von Wissen und Erfahrungen einerseits und gemeinsamen Ressourcen andererseits.

Den Schwerpunkt bildet ein Einblick in die Austauschpraxis am Beispiel Nachhaltigkeit. Darauf folgen Präsenzformate, der strukturierte Anfrageprozess „Navigator“, die Online-Community und die Knowledge Base. In der Fragerunde werden die organisatorischen Voraussetzungen vertieft: Wie werden Mitglieder zum Teilen gewonnen? Wie funktioniert der Austausch unter Wettbewerbern? Welche Informationen dokumentiert das Team, und wie geht es mit seinem eigenen Wissen um?

Gemeinsame Herausforderungen statt isolierter Problemlösung

Für Mettenmeier entsteht der Bedarf an Wissenstransfer besonders dort, wo unternehmensinterne Erfahrungswerte fehlen. Veränderungsprozesse, Innovation und Nachhaltigkeit können Fragen aufwerfen, für die auch langjährige Mitarbeitende keine bisherigen Lösungen kennen. Die Öffnung nach außen bietet neue Impulse, verlangt von traditionsreichen Unternehmen aber ein Umdenken und die Bereitschaft, sich mit ungelösten Problemen zu zeigen.

Im Maschinenraum treffen kleine und große, bekannte und weniger bekannte Familienunternehmen aufeinander. Ungefähr ein Drittel ist familiengeführt, zwei Drittel sind fremdgeführt. Als verbindend beschreibt Mettenmeier die durch die Eigentümerfamilie geprägte Entscheidungskultur und die Bereitschaft zur Veränderung.

Bei der Aufnahme neuer Mitglieder fragt das Team nach aktuellen Themen, Problemen und Unterstützungsbedarf. Nach Mettenmeiers Erfahrung überschneiden sich die Fragestellungen zu etwa 80 Prozent oder mehr. Unternehmensspezifisch sei häufig das Produkt, nicht aber der zugrunde liegende Prozess. Innovationsprozesse, Trenderkennung oder Anforderungen an Nachhaltigkeitsberichte bieten deshalb Ansatzpunkte für gemeinsames Lernen über Branchen- und Größenunterschiede hinweg.

Kuratierung: Die Mitglieder liefern das Wissen

Der Maschinenraum strukturiert den Austausch in 20 Fachbereiche beziehungsweise Peergroups. Dazu gehören unter anderem Strategie, Innovationsmanagement, Einkauf, Logistik und Produktion. Diese Einteilung muss nicht den Abteilungen jedes Mitgliedsunternehmens entsprechen; sie dient als gemeinsame Orientierung für Themen und Veranstaltungen.

Jährlich finden ungefähr 200 bis 250 Austauschformate statt, überwiegend virtuell und mit einer Dauer von 60 bis 120 Minuten. Die fachlichen Inhalte kommen ausschließlich aus den Mitgliedsunternehmen. Das Maschinenraumteam schafft den Rahmen, organisiert, moderiert, kuratiert und bereitet die Veranstaltungen nach.

Mindestens einmal jährlich werden in jedem Fachbereich in einem „Townhall-Workshop“ Themen gesammelt. Das Team bündelt wiederkehrende Anliegen und sucht anschließend nach Mitgliedern, die bereits Erfahrungen besitzen und diese teilen möchten. Für den Bereich Nachhaltigkeit nennt Mettenmeier beispielsweise Nachhaltigkeitsstrategien, Kreislaufwirtschaft, Reporting und Lieferketten. Die Agenda folgt damit den aktuellen Bedürfnissen der Unternehmen, nicht einem vom Organisationsteam unabhängig entwickelten Themenplan.

Unterschiedliche Formate für unterschiedliche Austauschbedürfnisse

Die Austauschformate erfüllen verschiedene Funktionen:

  • Impulse machen Erfahrungen eines Mitgliedsunternehmens zugänglich und bieten Raum für Fragen.
  • Networking-Sessions bringen Menschen zusammen, die an einem Thema arbeiten, Erfahrungen besitzen oder Unterstützung suchen.
  • Exchanges ermöglichen es, einen Zwischenstand kurz vorzustellen und Rückmeldungen aus der Runde einzuholen.
  • Workshops dienen unter anderem der Themensammlung und der Suche nach gemeinsamen Ansatzpunkten.

Bei Networking-Sessions geht es nicht darum, sämtliche Fragen während der Veranstaltung zu lösen. Wichtig ist vielmehr, passende Gesprächspartner aus den etwa 15 bis 20 beteiligten Unternehmen kennenzulernen und anschließend vertieft weiterzusprechen.

Die Teilnahme ist hierarchieübergreifend. Fachexpertinnen und Fachexperten, mittleres und oberes Management sowie gelegentlich Geschäftsführende bringen unterschiedliche Perspektiven ein. Einladungen orientieren sich deshalb an Themen und Expertise, nicht allein an Funktionen. Bei der Registrierung wählen Teilnehmende aus 50 Expertisen diejenigen aus, die für sie relevant sind.

Ein Workshop zur Kreislaufwirtschaft verdeutlicht die Suche nach Synergien: Die Beteiligten betrachten, an welchen Stellen eines Kreislaufs ihre Unternehmen tätig sind und wo Unterstützung oder gemeinsame Arbeit möglich werden könnte.

Persönliche Begegnungen vertiefen den Kontakt

Der Maschinenraum begann offiziell im April 2020. Ursprünglich waren mehr persönliche Begegnungen in Berlin vorgesehen. Die damaligen Bedingungen zwangen das Netzwerk jedoch, unmittelbar virtuelle Angebote aufzubauen. Rückblickend sieht Mettenmeier darin einen Vorteil, weil dadurch mehr Austausch möglich wurde als bei ausschließlich physischen Veranstaltungen.

Persönliche Begegnungen bleiben dennoch wichtig. Zum Zeitpunkt des Vortrags werden sie seit etwa eineinhalb Jahren deutlich ausgebaut:

  • Circle Days widmen sich einen Tag lang einem Thema bei einem gastgebenden Mitgliedsunternehmen. Sie ermöglichen intensivere Diskussionen, ein besseres Verständnis der jeweiligen Ausgangslagen und punktuelle gemeinsame Ideenarbeit.
  • Cross-Company-Visits öffnen ein Unternehmen für die Community. Mehrere aktuelle Themen, eine Werksführung und persönliche Gespräche geben Einblick in die Praxis.
  • Eine jährliche Konferenz bringt Mitgliedsunternehmen in Berlin zusammen und greift besonders dringliche Themen der vergangenen zwölf Monate auf.

Gerade Besuche in Produktionshallen sind für Mitarbeitende aus Produktion und Logistik wertvoll. Sie können Anlagen und Arbeitsumgebungen unmittelbar kennenlernen, statt ausschließlich darüber zu sprechen.

Vertrauen, Gegenseitigkeit und Konkurrenz

Der Maschinenraum ist ein geschlossenes Netzwerk. An seinen Austauschformaten nehmen ausschließlich Familienunternehmen teil, keine externen Dienstleister oder Beratungen. Mettenmeier beschreibt diesen geschützten Rahmen als Voraussetzung dafür, auch sensible Erfahrungen und offene Fragen authentisch teilen zu können.

Das Prinzip ist Geben und Nehmen. Mitgliedschaft bedeutet daher nicht nur, Angebote zu konsumieren, sondern auch eigene Erfahrungen einzubringen. In der Fragerunde berichtet Mettenmeier, dass direkt angesprochene Mitarbeitende nach ihrer Einschätzung in etwa 95 Prozent der Fälle sehr bereit seien, von ihrer Arbeit zu erzählen. Rückmeldungen und neue Impulse seien dabei attraktiv. Schwieriger sei häufig, die richtigen Ansprechpersonen zu finden.

Auch konkurrierende Unternehmen sind vertreten. Bestehende Mitglieder werden gefragt, ob sie gegen eine Aufnahme ein Veto einlegen möchten; dies sei in der bisherigen viereinhalbjährigen Geschichte einmal vorgekommen. Der Austausch konzentriert sich auf Vorgehensweisen, beispielsweise den Aufbau eines Innovationsprozesses, und nicht auf die konkrete Innovation selbst. Diese Unterscheidung reduziere in der Praxis die Vorbehalte.

Navigator und Online-Community: Menschen miteinander verbinden

Der „Navigator“ ist ein strukturierter Fragenprozess. Mitarbeitende beschreiben ihr Anliegen, die zu lösende Aufgabe und die gewünschte Art des Kontakts. Sie können beispielsweise eine Eins-zu-eins-Vernetzung suchen, ein Austauschformat anregen oder gezielt mit Personen auf einem ähnlichen Erfahrungs- beziehungsweise Hierarchielevel sprechen wollen.

Das Maschinenraumteam beantwortet diese fachlichen Fragen nicht selbst, sondern sucht geeignete Ansprechpersonen. Zum Zeitpunkt des Vortrags arbeitet es daran, diesen Prozess weiter zu digitalisieren und vorhandene Informationen schneller für die Suche nutzbar zu machen.

Die Online-Community ist der Zugang zu den Angeboten. Alle Teilnehmenden müssen sich dort registrieren. Veranstaltungen, Fachgruppen und Chats ermöglichen Orientierung und Kontaktaufnahme. Innerhalb des Netzwerks gelten gleiche Zugangsrechte: Es gibt keine Mitgliedschaftsstufen mit unterschiedlich sichtbaren Angeboten.

Die Plattform soll das Netzwerk auch zur Selbsthilfe befähigen, weil das 30-köpfige Team nicht jede Verbindung herstellen kann und zusätzlich andere Aufgaben übernimmt. Kontakte entwickeln sich häufig außerhalb der Plattform weiter. Dennoch läuft die Community mit ungefähr 5.000 aktiven Teilnehmenden nicht von selbst: Das Team moderiert kontinuierlich und spricht bei unbeantworteten Fragen gezielt Personen mit passenden Erfahrungen an.

Knowledge Base: Dokumente als Weg zu Expertise

In der Knowledge Base werden die Präsentationen aus den Austauschformaten gesammelt. Auch später hinzukommende Mitglieder können sie durchsuchen. Ergänzend hält das Team zu jedem Format die wichtigsten Erkenntnisse in wenigen Sätzen fest und nennt die vortragende Person.

Gerade diese Zuordnung betrachtet Mettenmeier als besonders wertvoll. Eine Präsentation liefert häufig nur Anknüpfungspunkte; die vertiefende Auseinandersetzung entsteht im Gespräch mit der Person, die die Erfahrung eingebracht hat.

Die Formate werden grundsätzlich nicht aufgezeichnet. Dahinter steht die Überzeugung, dass Aufzeichnungen die Offenheit der Beteiligten beeinträchtigen würden. Der bewusste Verzicht schützt damit den Austausch, begrenzt aber zugleich die Dokumentation des gesprochenen Wissens.

Gemeinsame Ressourcen und ergänzende Unterstützung

Neben dem Wissensaustausch stellt der Maschinenraum weitere gemeinsame Ressourcen bereit. Eine Kommunikationsabteilung unterstützt die Sichtbarkeit der Mitgliedsunternehmen in Medien und bei Veranstaltungen. Ein Universitätsnetzwerk eröffnet Kontakte über Konferenzen, Jobboards, Karrieremessen und Studierendenprojekte.

In einer ehemaligen Schuhfabrik in Berlin-Prenzlauer Berg bietet der Maschinenraum Coworking-Flächen an, unter anderem für Mitarbeitende, digitale Teams und Ausgründungen der Familienunternehmen. Die Academy macht bereits vorhandene Trainings unternehmensübergreifend zugänglich. Häufig entsenden fünf bis sieben Unternehmen jeweils einzelne Mitarbeitende; neben dem Kompetenzerwerb entsteht dabei zusätzlicher Austausch.

Ein Advisory-Bereich begleitet Strategie- und Innovationsprozesse. Im Vordergrund stehen Strukturierung, Projektsteuerung und Sparring, nicht die Bereitstellung sämtlicher fachlicher Antworten. In der Diskussion nennt Mettenmeier außerdem Unterstützung bei Kommunikationskonzepten als Beispiel einer konkreten Dienstleistungsanfrage.

Internes Wissensmanagement: Fokus auf Mitglieder und Expertise

Für die Dokumentation nutzt das Team Salesforce. Mettenmeier erklärt diese Systemwahl mit der organisatorischen Anbindung als hundertprozentige Tochter von Viessmann.

Personen erhalten Knowledge Tags, teils bei der Anmeldung, teils durch nachträgliche Zuordnung des Teams. Unter den 20 Fachbereichen gibt es ungefähr 350 solcher Tags, mit wachsender Zahl. Zusätzlich dokumentiert das Team auf Unternehmensebene „Best Practice“, „Challenge“ und „Insight“. Diese Informationen unterstützen die Suche nach passenden Erfahrungen und Kontakten.

Auf die Nachfrage nach dem Wissensmanagement der eigenen Mitarbeitenden benennt Mettenmeier eine Grenze: Ein entsprechendes System existiere in diesem Kontext nicht. Das kleine Team sitze eng zusammen und tausche sich unmittelbar aus. Systematisch festgehalten werde vor allem Wissen über die Mitgliedsunternehmen. Der Vortrag unterscheidet damit zwischen dokumentierter Expertise im Netzwerk und dem weniger formalisierten internen Lernen des Organisationsteams.

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