Gkc24-Session: Visual Facilitation + Knowledge Management = Knowledge Facilitation?!
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| Visual Facilitation + Knowledge Management = Knowledge Facilitation?! | |
|---|---|
| Art | Barcamp-Session |
| KnowledgeCamp | KnowledgeCamp 2024 |
| Sessiongebende | Simon Didszuweit
|
| Datum | 11.10.2024 |
| Zeit | 13:00 bis 13:45 Uhr |
| Sprache | Deutsch |
| Aufzeichnung | YouTube
|
| KI-Unterstützung | GPT-6.1 Sol |
Disclaimer: Diese Seite ist KI-generiert, basierend auf einer KI-Zusammenfassung des Transkripts vom vorstehenden Youtube-Video!
Überblick
Simon Didszuweit verbindet seine Arbeit im Wissensmanagement mit Zeichnen und Visualisieren. In der Session zeigt er, wie einfache Bilder komplexe Sachverhalte zugänglich machen, unterschiedliche Vorstellungen sichtbar werden lassen und gemeinsame Gespräche unterstützen können. Im Mittelpunkt steht nicht das perfekte Bild, sondern der Verständigungsprozess, den es ermöglicht. Praktische Zeichenbeispiele, Fragen aus dem Publikum und Hinweise zu digitalen Werkzeugen sowie zur Raumgestaltung ergänzen diesen Ansatz.
Aufbau und Arbeitsweise der Session
Die Session beginnt mit einer Abfrage der Erwartungen: Geht es um zeichnerische Grundlagen, um den Nutzen von Visualisierung oder um einen konkreten Sachverhalt, der in ein Bild übersetzt werden soll? Anschließend erläutert Didszuweit seinen beruflichen Zugang. Als Wissensmanager bei der Deutschen Welle Akademie nutzt er seine persönliche Leidenschaft für das Zeichnen, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen.
Auf diese Einführung folgen praktische Demonstrationen am Flipchart. Eine Landschaft mit Straße dient als Grundmodell für Rückblicke, Zukunftsbilder und Prozessbeschreibungen. Daran schließen sich einfache Figuren, Symbole, Rahmen und Schatten an. Die Fragen der Teilnehmenden lenken die Session wiederholt auf Vorbereitung, Überforderung, digitale Zusammenarbeit und den Umgang mit Änderungen.
Im weiteren Verlauf werden bewegliche Karten, kleine Überraschungseffekte auf Plakaten, digitale Whiteboards, generierte Bilder und Facilitation Tape behandelt. Zum Abschluss geht es um Bilder für Wissensmanagement und um Möglichkeiten, den Austausch nach der Veranstaltung fortzusetzen. Die Session verbindet damit kurze Erläuterungen, sichtbares Ausprobieren und gemeinsames Nachdenken über Anwendungssituationen.
Visualisierung als Zugang zum Wissensmanagement
Didszuweit beschreibt Visualisierung als ein niedrigschwelliges Eintrittsportal. Er wird zu Gesprächen hinzugezogen, in denen beispielsweise technische Unterstützung oder Wissensmanagement-Beratung erwartet wird. Statt zunächst die eigene Zuständigkeit abzugrenzen, hört er zu und hält fest, was er verstanden hat.
Ein solches Bild kann er anschließend als zusätzliches Ergebnis anbieten. Es zeigt nicht eine vermeintlich objektive Gesamtsicht, sondern seine Aufnahme des Gesprächs. Als Beispiel nennt er eine Sitzung, zu der er ein Graphic Recording und ergänzend ein kurzes Video erstellt hat. Das Video sollte das Bild erläutern und einen bestimmten Gesprächspunkt zugänglich machen.
Der Nutzen liegt für ihn darin, etwas Konkretes anzubieten: nicht nur Hinweise auf Wissensmanagement-Konzepte oder eine Community of Practice, sondern eine Symbolsprache, mit der sich Beteiligte über komplexe Sachverhalte austauschen können. Das Bild wird so zum Arbeitsangebot und nicht lediglich zur Illustration.
Gemeinsames Verständnis statt perfekter Darstellung
Eine zentrale Aussage lautet, dass Bilder Unterschiede im Verständnis sichtbar machen können. Wenn zwei Personen von einer Strategie sprechen, müssen sie damit nicht dasselbe meinen. Ein Bild oder Modell eröffnet einen anderen Zugang zu solchen Grundannahmen.
Didszuweit veranschaulicht dies mit einer Organisation als Legohaus: Über eine Figur auf dem Dach und deren Verhalten lässt sich anders sprechen als über den direkten Vorwurf, die Führungskraft mische sich ständig ein. Entscheidend ist der Wechsel vom gesprochenen Begriff zu einem Gegenstand, auf den sich alle beziehen können.
Dabei muss das Bild weder schön noch vollständig richtig sein. Auch ein unzutreffendes Bild kann produktiv sein, wenn jemand widerspricht und eine andere Vorstellung beschreibt. Die Abweichung liefert dann den Anlass, genauer nachzufragen. Visualisierung soll Unklarheit nicht verdecken, sondern ihre Bearbeitung erleichtern.
Didszuweit unterscheidet dabei zwei Arbeitsrichtungen:
- Ein Bild wird vorgeschlagen, um ein Gespräch anzustoßen.
- Während des Zuhörens wird aufgenommen und gezeichnet, was die Beteiligten erläutern.
In beiden Fällen zählt der Prozess. Ein ausgearbeitetes Produkt, wie es bei einem beauftragten Graphic Recording entstehen kann, ist nicht automatisch der passende Maßstab für eine moderierte Arbeitsrunde.
Das Landschaftsbild als vielseitiger Gesprächsrahmen
Als besonders vielseitiges „Hosentaschenbild“ demonstriert Didszuweit eine Landschaft mit Horizont, Bergen und Straße. Wenige Linien genügen; ein zusätzlicher Rahmen gibt dem Ganzen eine erkennbare Form. Die Straße kann einen zurückgelegten Weg, eine bevorstehende Entwicklung oder einen Prozess darstellen.
Für eine Retrospektive wird gefragt, woher das Team kommt und was auf dem Weg passiert ist. Für ein Zukunftsbild wird dieselbe Grundform verändert. Gefahren, Hindernisse, Flüsse, Brücken oder Umwege bieten Gesprächsanlässe: Was könnte den Weg blockieren? Wo wäre eine Verbindung nötig? Verläuft die Entwicklung überhaupt so, wie die erste Zeichnung nahelegt?
Die Beteiligten müssen ihre Beiträge nicht ausschließlich zeichnen. Texte auf Karten können ebenso in die Landschaft aufgenommen werden. Didszuweit empfiehlt, dem Gespräch zu folgen: Wenn jemand die Straße anders sieht, wird die Darstellung entsprechend weiterentwickelt. Das Grundbild liefert Orientierung, legt den Inhalt aber nicht fest.
Ein eigenes visuelles Glossar entwickeln
Um beim Zeichnen weniger unter Druck zu geraten, empfiehlt Didszuweit einen kleinen, wiederverwendbaren Symbolvorrat. Ein Skizzenbuch mit Kästchen kann helfen, häufig benötigte Begriffe zu sammeln und wiederholt zu zeichnen. Mit der Zeit entsteht ein persönliches visuelles Glossar.
Als Beispiele zeigt er einfache Figuren mit kräftigen Armen, eine zeigende Person, eine Sonne und die eierlegende Wollmilchsau. Gerade bereits sprachlich verwendete Bilder lassen sich auf diese Weise aufgreifen. Nicht jede Zeichnung muss sofort eindeutig sein: Eine Beschriftung kann ergänzen, was mit wenigen Strichen noch nicht verständlich wird.
Auch Vorlagenbücher und Bildersuchen werden angesprochen. Eine Teilnehmerin empfiehlt Bikablo; Didszuweit berichtet, dort selbst eine Ausbildung gemacht zu haben. Er beschreibt die Bücher als Sammlung von Bildvokabular und verweist zugleich auf die aus seiner Sicht hohen Kosten entsprechender Trainings.
Sein grundlegender Rat bleibt, den Anspruch niedrig zu halten. Wenn kein passendes Symbol einfällt, kann man Text verwenden oder eine vorläufige Zeichnung anbieten und nachfragen, ob sie den Sachverhalt trifft. Dadurch führt die Unsicherheit wieder zum Thema zurück, statt die Arbeit am Bild zu blockieren.
Vorbereitung und Sicherheit beim Moderieren
Mehrere Fragen betreffen die Schwierigkeit, gleichzeitig zu moderieren und zu zeichnen. Didszuweit nennt vorbereitete Bildkarten oder Ausdrucke als Entlastung. Auch ein iPad kann Druck reduzieren, weil man digital arbeitet und sich nicht zum Zeichnen vom Publikum abwenden muss.
Seine eigene Erfahrung stammt vor allem aus dem internen Arbeitskontext. Er wird dort nicht ausdrücklich als Visual Facilitator beauftragt, sondern bietet die Zeichnung zusätzlich an. Mit diesem Vorgehen habe er bislang keine ablehnenden Erfahrungen gemacht. Diese Einschätzung schildert er als persönliche Praxis, nicht als Ergebnis einer systematischen Prüfung verschiedener Gruppen.
Sicherheit entsteht für ihn vor allem durch vertraute Grundformen und die Bereitschaft, einen Kommunikationsprozess anzustoßen. Seine zentrale Ermutigung lautet: „Man muss dafür jetzt nicht Picasso sein, sondern man muss es anbieten.“ Visualisierung ersetzt allerdings nicht die übrige Moderationsarbeit. Vorbereitung, Gespräche mit den Beteiligten und Zeitplanung bleiben erforderlich.
Einfache Gestaltung und sichtbare Veränderungen
Rahmen und Schatten können bereits gewöhnlichen Texten eine visuelle Struktur geben. Für Schatten empfiehlt Didszuweit eine gleichbleibende Richtung, beispielsweise unten rechts. Entscheidend ist die Konsistenz, nicht eine ausführliche Erklärung des Lichteinfalls. Kreise, Linien, Quadrate und Rechtecke bilden die Grundlage vieler weiterer Darstellungen.
Auf die Frage nach Korrekturen auf Papier antwortet er, dass er Änderungen häufig sichtbar lässt. Wenn aus einer geraden Straße ein gewundener Weg wird, dokumentiert dies auch die Entwicklung des Gesprächs. Eine Reinzeichnung ist für ihn besonders dann relevant, wenn ausdrücklich ein fertiges Produkt erwartet wird.
Weitere Möglichkeiten sind:
- Das entstandene Bild fotografieren und als Foto weitergeben.
- Beschriftete Karten verwenden, die sich umsortieren lassen.
- Statisch haftende Karten einsetzen, darunter transparente Varianten.
- Zeichnungen mit einer App wie Carbo weiterverarbeiten.
Transparente Karten ermöglichen zusätzliche Elemente über einer vorhandenen Zeichnung. So kann sich etwa die Rolle einer Figur verändern, ohne das Grundbild neu zeichnen zu müssen.
Analoge Überraschungen und digitale Zusammenarbeit
Didszuweit zeigt kleine Effekte, mit denen ein Plakat interaktiv werden kann. Durch einen Schnitt lässt sich beispielsweise der i-Punkt einer Strategie hervorziehen. Ein anderer Schnitt kann als symbolischer Mülleimer dienen, in dem belastende Themen verschwinden. Ein vorbereitetes Flammenmotiv eröffnet die Frage, wofür die Gruppe brennt. Solche Effekte sollen Aufmerksamkeit erzeugen und Gespräche unterstützen.
Für digitale Formate beschreibt er zwei Varianten: Er kann zunächst unbemerkt für sich zeichnen und das Ergebnis später abgeben, oder die Beteiligten verfolgen die Entstehung direkt in einem geteilten Arbeitsraum.
Aus dem Teilnehmerkreis wird Excalidraw vorgestellt. Genannt werden Bibliotheken mit Piktogrammen, eigene Vorlagensets und die Möglichkeit, gemeinsam über Distanz zu arbeiten. Auch Miro wird als Werkzeug angesprochen, in dem sich passende Symbole suchen und in eine Darstellung einfügen lassen.
Wichtig bleibt die Beteiligung: Wer nicht selbst zeichnen möchte, kann Bilder oder Fotos suchen. Der Moderator gibt dann den Rahmen vor, während die Gruppe Inhalte beiträgt. Die Darstellung wird dadurch zu einem gemeinsamen Arbeitsgegenstand.
Generierte Bilder und der Raum als Arbeitsfläche
Didszuweit berichtet, dass er mit generativer KI experimentiert. Als Beispiel nennt er mit Copilot erzeugte Bilder zu Kaffeemaschine, Zubehör und Kaffeezubereitung. Statt selbst zu zeichnen, könne man auch aus dem Gespräch eine sprachliche Bildbeschreibung entwickeln.
Solche Bilder treffen den Sachverhalt aus seiner Sicht häufig nicht genau. Dennoch können sie ausreichend sein, um Widerspruch und Präzisierungen anzuregen. Maßstab ist erneut das gemeinsame Verständnis, nicht die Qualität des generierten Bildes.
Facilitation Tape erweitert die Arbeit über Flipcharts hinaus. In der Diskussion werden Wände, Glasflächen, Böden und andere Raumteile als mögliche Flächen genannt. Klebeband kann Wege markieren, Bereiche abgrenzen oder Aufstellungen unterstützen. Eine Teilnehmerin beschreibt beispielsweise, wie eine unansehnliche Ecke als nicht zum Arbeitsraum gehörig gekennzeichnet werden kann.
Didszuweit ordnet diese Anwendungen teilweise über sein engeres Wissensmanagement-Verständnis hinaus ein: Sie helfen, kommunikative Prozesse zu gestalten und Lernräume zu schaffen.
Bilder für Wissensmanagement und weiterer Austausch
Auf die abschließende Frage nach seinem Bild für Wissensmanagement nennt Didszuweit Gehirne, Glühbirnen, ineinandergreifende Zahnräder und verbundene Maschinen. Für sein eigenes Mandat nutzt er jedoch eine andere Metapher: Er sei nicht der Magier, der ein Kaninchen aus dem Hut zaubert, sondern das Kaninchen, das andere auf eine gemeinsame Erkundung mitnimmt.
Zum Abschluss lädt er zum weiteren Austausch ein. Als Suchbegriffe nennt er Visual Facilitation und Graphic Recording; außerdem verweist er auf die entsprechende Community und bietet Kontakt über LinkedIn an. Sein Interesse gilt dabei ausdrücklich auch einem fortgesetzten internen Austausch über Erfahrungen und Anwendungsmöglichkeiten.