Gkc24-Session: Lernzirkel Zettelkasten – Wie geht ein Lernzirkel, was macht die Gruppe?
Weitere Optionen
| Lernzirkel Zettelkasten – Wie geht ein Lernzirkel, was macht die Gruppe? | |
|---|---|
| Art | Barcamp-Session |
| KnowledgeCamp | KnowledgeCamp 2024 |
| Sessiongebende | Frank Gerich
|
| Datum | 10.10.2024 |
| Zeit | 15:00 bis 15:45 Uhr
|
| Aufzeichnung | YouTube
|
| KI-Unterstützung | GPT-6.1 Sol |
Aus dem Veranstaltungsprogramm
Lernzirkel Zettelkasten - Wie geht ein Lernzirkel, was macht die Gruppe?
Disclaimer: Diese Seite ist KI-generiert, basierend auf einer KI-Zusammenfassung des Transkripts vom vorstehenden Youtube-Video!
Überblick
Die Session stellt einen regelmäßig stattfindenden Lernzirkel im Umfeld der Gesellschaft für Wissensmanagement vor. Frank Gerich, Florian und Friedel berichten, wie aus einem offenen Austausch gemeinsame, strukturierte Lernaktivitäten entstanden sind. Aktuell beschäftigt sich die Gruppe mit dem Zettelkasten und verfolgt dabei unterschiedliche persönliche Ziele.
Im Mittelpunkt steht weniger eine ausführliche Einführung in die Zettelkastenmethode als die Frage, wie gemeinsames Lernen organisiert werden kann. Die Teilnehmenden diskutieren Verbindlichkeit, Lernziele, die Rolle einer Agenda und den Wert eines geschützten Raums. Dabei werden zwei Formate unterschieden: ein offener wöchentlicher Austausch und zeitlich strukturierte Lernpfade mit individuellen Zielen und gemeinsamen Übungen.
Aufbau und Gesprächsverlauf
Die Session ist als offene Gesprächsrunde mit Teilnehmenden vor Ort und online angelegt. Eine Vorstellungsrunde macht zunächst die unterschiedlichen Interessen sichtbar: praktische Erfahrungen mit Wikis, wissenschaftliches Arbeiten, Wissenstransfer, technische Dokumentation und die Suche nach wirksamen Lernmethoden.
Anschließend erläutern Frank und Florian die Entstehung des Learning Circle, seine organisatorischen Grundlagen und die verwendeten Dokumentationswerkzeuge. Rückfragen klären, welche Themen die Gruppe behandelt und ob sie feste Etappenziele verfolgt. Darauf folgt ein Überblick über zwei gemeinsame Lernaktivitäten: einen bereits durchgeführten KI-Lernpfad und den laufenden Lernpfad zum Zettelkasten.
Eine Frage zur Disziplin in Lerngruppen verlagert den Schwerpunkt auf die Gestaltung gemeinsamer Lernprozesse. Die Runde spricht über Motivation, Agenda, Diskussion und Dialog sowie über die Bedeutung sozialer Sicherheit. Zum Schluss geht es um persönliches Wissensmanagement in Organisationen, Teilnahmemöglichkeiten und Rückmeldungen zur Session.
Ein regelmäßiger Treffpunkt für gemeinsames Lernen
Der Learning Circle entstand aus einer beim Barcamp in Berlin angesprochenen Idee. Florian berichtet, dass er, Frank und Martin die Gruppe anschließend gegründet haben. Ausgangspunkt war der Wunsch, Methoden nicht nur kennenzulernen, sondern selbst auszuprobieren und Erfahrungen miteinander zu besprechen.
Frank beschreibt sich als jemand, der durch eigenes Tun lernt. Dafür brauche es eine sichere Umgebung, in der erfahrene Personen Anfängerinnen und Anfänger begleiten können. Sein Bild dafür ist ein Lagerfeuer: Menschen kommen zusammen, tauschen Erfahrungen aus und lernen voneinander. Dieses Bild verbindet den fachlichen Austausch mit einer sozialen Funktion.
Der offene Termin findet dienstags von 18:00 bis 18:30 Uhr statt. Die halbe Stunde soll einen niedrigschwelligen Einstieg ermöglichen. Wer einmal nicht teilnehmen kann, muss sich dafür nicht rechtfertigen. Auch eine Mitgliedschaft in der Gesellschaft für Wissensmanagement ist keine Voraussetzung.
Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf Wissensmanagement. Die Runde ist jedoch offen für andere Themen, Methoden, Produkte und Ideen. Entscheidend ist, was die Anwesenden beschäftigt und was jemand einbringen möchte.
Dokumentation und technische Umgebung
Die Gruppe verwendet Teams für ihre Treffen und den begleitenden Austausch. In einem OneNote-Dokument wurden Ideen und sogenannte Knowledge Nuggets gesammelt: Informationen werden dabei mit Personen verbunden, die etwas dazu beitragen können.
Florian zeigt außerdem eine Methodenübersicht. Sie enthält Ansätze, Informationsquellen und Hinweise darauf, wer eine Methode vorstellen könnte. Er macht deutlich, dass begonnene Übersichten nicht durchgehend weitergeführt wurden. Die Dokumentation unterstützt den Austausch, wird aber nicht als vollständig ausgearbeitetes System präsentiert.
Offener Austausch und strukturierter Lernpfad
Eine Nachfrage nach Etappenzielen führt zur zentralen Unterscheidung zwischen zwei Formen des Lernzirkels.
Der kontinuierliche wöchentliche Austausch hat keine festgelegten Etappenziele. Sein Zweck ist eine Umgebung, in der die Beteiligten offen für Neues bleiben, Fragen stellen und voneinander lernen können. Daneben gibt es strukturierte Lernpfade, die über mehrere Wochen hinweg bearbeitet werden. Diese geben Ziele, Schritte und Übungsroutinen vor.
Als Beispiel beschreibt Florian die Teilnahme an einem KI-Lernangebot von Mai bis Juni. Die Gruppe nutzte dafür einen offenen Lernleitfaden aus der Learn-OS-Community. Der ursprünglich auf zwölf Wochen ausgelegte Ablauf wurde zur Vorbereitung auf ein Barcamp auf etwa fünf oder sechs Wochen verdichtet. Florian schildert dies als sportliches Tempo; die vorgesehenen Übungen, als Katas bezeichnet, wurden gemeinsam bearbeitet.
Aus dem anschließenden Austausch entstand das Interesse am Zettelkasten. Damit zeigt die Gruppe, wie ein offenes Format zu einer verbindlicheren Lernaktivität führen kann, ohne dass der regelmäßige Austausch dadurch ersetzt wird.
Der Zettelkasten als gemeinsames Thema mit individuellen Zielen
Beim Zettelkasten-Lernpfad legt jede Person ein eigenes Sprintziel fest. Die Gruppe kommt aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern und erwartet deshalb nicht, dass alle mit der Methode dasselbe erreichen.
Genannt werden folgende Interessen:
- Den Zettelkasten zum Lernen nutzen.
- Die eigene Organisation unterstützen.
- LinkedIn-Beiträge besser vorbereiten.
- Obsidian kennenlernen und Erfahrungen auf MediaWiki oder andere Werkzeuge übertragen.
- Die Methode mit einem selbst programmierten Wissensmanagement-Werkzeug erproben.
Die vorgestellten Schritte umfassen das Lesen und Erstellen von Notizen, die Entwicklung eines eigenen Workflows, die Unterscheidung zwischen flüchtigen und dauerhaften Notizen sowie das Verknüpfen von Ideen. Gerade die Verlinkung der Notizen untereinander wird als wichtiges Thema hervorgehoben.
Dabei bleibt die Gruppe nicht auf ein bestimmtes Werkzeug festgelegt. Analoge und digitale Vorgehensweisen werden nebeneinander ausprobiert. Florian berichtet, dass die Beteiligten Unterschiede zwischen beiden Formen feststellen und teilweise beide nutzen.
Zum Zeitpunkt der Session hatte die Gruppe einen als Boxenstopp bezeichneten Zwischenstand erreicht. In der folgenden Woche sollte der Lernpfad mit Schritt acht weitergehen. Der dafür vorgesehene Termin schließt dienstags von 18:30 bis 19:30 Uhr an die offene Runde an.
Verbindlichkeit ohne Leistungsdruck
Verena bringt eine praktische Schwierigkeit ein: Eine Lernrunde in ihrem Unternehmen sei zu einer angenehmen Kaffeetrinkrunde geworden, habe aber ihren Lerncharakter weitgehend verloren. Ihre Frage lautet, wie die Gruppe verhindert, nur noch miteinander zu plaudern.
In den Antworten werden mehrere Erfahrungen deutlich. Der regelmäßige Termin schafft zunächst einen festen Rahmen. Ein Teilnehmer beschreibt, dass er diese Zeit bewusst einplant und auch nutzt, um Dinge fertigzustellen. Ein gemeinsam beschrittener Lernpfad mit einem Ziel motiviert ihn stärker als ein ausschließlich offener Austausch.
Gleichzeitig betont die Gruppe, dass daraus kein Druck entstehen soll, jederzeit im gleichen Takt zu arbeiten. Gemeinsam voranzukommen wird als Motivation beschrieben, nicht als Verpflichtung zu identischen Fortschritten.
Beim offenen Termin kann durchaus eine informelle Atmosphäre entstehen. Nach Darstellung der Beteiligten nehmen sie dennoch meistens etwas mit. Sobald jemand ein Thema einbringt, richtet sich das Gespräch darauf. Reicht die halbe Stunde nicht aus, kann die Beschäftigung mit einer Methode erweitert werden.
Eine Agenda ist möglich, aber nicht verpflichtend
Die Runde arbeitet sowohl mit angekündigten Themen als auch ohne vorher festgelegte Agenda. Möchte jemand etwas zeigen, erklären oder ausführlicher fragen, wird mitunter bereits für die nächste Woche eine Einführung vereinbart.
Eine verpflichtende Agenda für jedes Treffen lehnen die Beteiligten dagegen als Beschreibung ihres Formats ab. Die Offenheit soll erhalten bleiben. Regelmäßigkeit und thematische Orientierung werden somit miteinander verbunden, ohne den Lernzirkel wie ein streng gesteuertes Projekt zu organisieren.
Unterschiedliche Perspektiven und ein sicherer Raum
Friedel hebt hervor, dass die Gruppe Menschen zusammenbringt, die sonst häufig innerhalb ihrer beruflichen Fachkreise bleiben. Unterschiedliche Erfahrungen, Werkzeuge und Sichtweisen führen aus seiner Sicht zu anregenden Gesprächen.
David Lohner ergänzt eine lernbezogene Perspektive. Konstruktive Auseinandersetzung könne dazu führen, die eigene Position genauer zu formulieren und Argumente gegenüber anderen Sichtweisen zu prüfen. Ein weiterer Teilnehmer setzt daneben den Gedanken des Dialogs: In seiner Gruppe gehe es vorrangig darum, einander zu verstehen, nicht darum, andere zu überzeugen. Ein solches Miteinander müsse ausdrücklich vereinbart werden und brauche ein Wir-Gefühl.
Mehrfach betont die Runde den geschützten Charakter des Lernzirkels. Fragen dürfen gestellt werden, ohne bereits eine fertige Präsentation oder Lösung mitzubringen. Verena erlebt gerade die Offenheit für ungelöste und unfertige Themen als hilfreich.
Die Beteiligten unterscheiden dies von beruflichen Situationen, in denen Fragen vorschnell beantwortet oder als Wissensdefizit ausgelegt werden können. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass solche Erfahrungen von der jeweiligen Unternehmenskultur abhängen.
Von konkreten Fragen zu gemeinsamem Wissen
Frank erläutert die Vorgeschichte seiner Arbeitsweise anhand eines früheren „Problem Solving Forum“. Als Trainer und Coach für Six Sigma und Lean Development bündelte er Fragen in einem regelmäßigen Termin. Es gab einen konkreten Lernwunsch, eine Agenda und eine Gruppe interessierter Personen.
Je nach Thema bereitete er selbst etwas vor oder lud jemanden mit passender Erfahrung ein. Die Ergebnisse hielt er in einem Wiki fest, einschließlich der Information, wer das Wissen eingebracht hatte. Aus seiner Sicht verband dieses Vorgehen Dokumentation, Gemeinschaft und Zugang zu Expertinnen und Experten.
Später nutzte er bei der Einführung von Office 365 erneut einen wöchentlichen Austausch, diesmal mit einer Community of Practice, Key Usern und OneNote als Arbeitsumgebung. Als entscheidend beschreibt er, Menschen um Fragen zusammenzubringen, die sie tatsächlich beschäftigen: Ausgangspunkt ist das Problem, nicht eine bereits vorhandene Lösung, für die erst ein Anwendungsfall gesucht wird.
Persönliches Wissensmanagement und Teilnahme
Zum Abschluss fragt David nach der Bedeutung von persönlichem Wissensmanagement in Unternehmen. Eine Antwort schildert eine Organisation ohne übergreifenden Schwerpunkt darauf, in der sich Beschäftigte weitgehend selbst organisieren müssen. Aus Unzufriedenheit mit dieser Situation sei ein Abteilungs- beziehungsweise Enterprise-Wiki als Graswurzelinitiative entstanden.
Ein weiterer Beitrag bezeichnet persönliches Wissensmanagement als Ausgangspunkt für das Wissensmanagement der Organisation. Beschäftigte müssten ihr eigenes Wissen organisieren können und zugleich verstehen, wie es mit den gemeinsamen Wissensbeständen verbunden ist. Diese Schnittstelle und die Unterstützung der Mitarbeitenden werden ausdrücklich als wichtig benannt.
Die Gruppe lädt Interessierte ein, an einem der nächsten Dienstage teilzunehmen. Der Teams-Link ist nach ihrer Auskunft im Kalender auf der GfWM-Website zu finden; offener Austausch und anschließender Lernpfad verwenden dieselbe Teams-Sitzung. Nichtmitglieder können durch das Teilen einer E-Mail-Adresse in die Teams-Gruppe aufgenommen werden.
Die abschließenden Rückmeldungen würdigen besonders die Offenheit des Formats, mögliche Übertragungen in Organisationen und den Austausch zwischen Hochschule und betrieblicher Praxis.