Wissen
Weitere Optionen
Wissen bezeichnet die Gesamtheit der Kenntnisse und Fähigkeiten, die Individuen zur Lösung von Problemen einsetzen.[1]
Die ISO 30401 beschreibt Wissen als "personales oder organisationales Asset, das wirksame Entscheidungen und Handlungen im Rahmen des Kontextes ermöglicht".
In der Praxis wird bei der Definition von Wissen auch häufig von einem Dreiklang gesprochen: Daten, Informationen und Wissen. Dieses Konzept beschreibt nicht nur eine Abfolge, sondern auch eine hierarchische Struktur, in welcher die Begriffe zueinanderstehen.[1]
Am Anfang stehen meist Daten, die rohe und unstrukturierte Fakten oder Beobachtungen repräsentieren, welche allein noch keinen direkten Nutzen oder Bedeutungsinhalt haben. Sie können als Einheiten erfasst, gespeichert und verarbeitet werden. Daten können zum Beispiel Zahlen, Texte oder Bilder sein, die in ihrer isolierten Form nur begrenzte Einblicke liefern.[2]
Wenn Daten jedoch strukturiert, organisiert und kontextualisiert werden, gewinnen sie an Bedeutung und werden zu Informationen. Sie entstehen durch das Hinzufügen von Bedeutung, Interpretation und Kontext zu den vorhandenen Daten.[3]
Wissen wiederum geht über die reine Verfügbarkeit von Informationen hinaus. Es umfasst das Verständnis, die Einsicht und das Können, welches auf den gesammelten Informationen basiert. Wissen entsteht, wenn Informationen in einem Kontext verstanden, verarbeitet, angewendet und in Verbindung mit bereits vorhandenem Wissen integriert werden. Wissen ermöglicht es einer Person oder Organisation, Probleme zu lösen, Entscheidungen zu treffen und Handlungen zu planen, ohne die Situationen zwangsläufig erneut analysieren zu müssen. Die Entwicklung von Daten zu Informationen und schließlich zu Wissen erfolgt oft durch aktive Vernetzung und dem Prozess des Lernens. Individuen oder Organisationen müssen Daten analysieren, interpretieren, mit vorhandenen Informationen verknüpfen und kontextualisieren, um neues Wissen zu generieren.[4]
Wissensarten
Wissen kann in explizites Wissen und implizites Wissen unterteilt werden. Die Abhängigkeiten und Transformation wird häufig im SECI-Modell dargestellt.
Explizites Wissen beschreibt Wissen, welches kodifizierbar ist. Somit kann es als Text oder in einer anderen multimedialen Form dokumentiert und transferiert werden. Es ist für alle Personen einer Einheit abrufbar.
Implizites Wissen ist meist unterbewusst „in den Köpfen der Personen“ abgespeichert. Es ist häufig nicht kodifiziert und auch nicht von allen Personen einer Einheit abrufbar.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 PROBST, Gilbert und andere, 2006. Wissen managen [online]. Wie Unternehmen ihre wertvollste Ressource optimal nutzen. 5. Auflage. Wiesbaden: Gabler [Zugriff am: 02.07.2023]. ISBN 978-3-8349-9343-4. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1007/978-3-8349-9343-4
- ↑ MERTENS, Peter und andere, 2017. Grundzüge der Wirtschaftsinformatik [online]. 12. Auflage. Berlin: Springer Gabler. ISBN 978-3-662-53362-8. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1007/978-3-662-53362-8
- ↑ MADER, Isabella, 2023. Wissensmanagement erfolgreich umsetzen: Praxisleitfaden mit Self-Check, Toolselektionshilfe und Toolbox. ISO 9001:2015 konform. Berlin: Springer Gabler. Beratung im Fokus. ISBN 978-3-662-66762-0
- ↑ MESCHEDER Bernhard und Christian SALLACH, 2012. Wettbewerbsvorteile durch Wissen [online]. Knowledge Management, CRM und Change Management verbinden. Heidelberg: Springer Gabler [Zugriff am: 07.06.2023]. ISBN 978-3-642-27896-9. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1007/978-3-642-27896-9