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Gkc26-Session: Agenda Wissen & Wissensmanagement DACH

Aus GfWM Wiki
Disclaimer
Diese Seite ist KI-generiert. Sowohl die Zusammenfassung als auch das zugrundeliegende Transkript der Videoaufzeichnung wurden mithilfe von KI erstellt.
Agenda Wissen & Wissensmanagement DACH
Art Barcamp-Session
KnowledgeCamp KnowledgeCamp 2026
Sessiongebende Andreas Brandner


Datum 09.10.2026
Zeit 13:00 bis 13:45 Uhr
Raum KM Academy (3.OG)
Sprache Deutsch


Im Programm Pretalx
KI-Unterstützung Whisper large-v3 (Transkription), gpt-6.1-sol (Redaktion)

Aus dem Veranstaltungsprogramm:

Es braucht einen gesellschaftlichen Zusammenschluss, um Wissen in der Gesellschaft zu entwickeln. Die Wissenpartnerschaft und Agenda Wissen haben sich als Instrumente bewährt, z.B. in Österreich und global



Zusammenfassung

Die Barcamp-Session „Agenda Wissen & Wissensmanagement DACH“ mit Andreas Brandner beschäftigte sich mit Wissensmanagement als gesellschaftlicher Aufgabe. Im Mittelpunkt standen zwei miteinander verbundene Instrumente: eine Wissensagenda, die gemeinsame Ziele und Handlungsfelder formuliert, und eine Wissenspartnerschaft, in der unterschiedliche Akteure an deren Umsetzung arbeiten. Brandner stellte Erfahrungen aus Österreich, der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und sektorbezogenen Initiativen vor. Anschließend diskutierte die Runde mögliche Anknüpfungspunkte in Deutschland und Berlin.

Die leitende Überlegung lautete: Wenn Wissen eine wichtige gesellschaftliche Ressource ist, sollte seine Entwicklung und Nutzung nicht allein einzelnen Organisationen überlassen bleiben. Forschung, Verwaltung, Unternehmen und Zivilgesellschaft verfügen über unterschiedliche Wissensbestände, verfolgen aber auch unterschiedliche Ziele. Eine Wissenspartnerschaft soll helfen, diese Perspektiven auf gemeinsame gesellschaftliche Aufgaben auszurichten.

Ein wiederkehrender Diskussionspunkt war die Frage nach der Wirkung: Wie werden aus prominenten Unterstützungsbekundungen, einer Publikation und regelmäßigen Treffen konkrete Verbesserungen? Brandner verwies auf Folgeaktivitäten und die mobilisierende Wirkung einer gemeinsamen Agenda. Aus der Runde blieb insbesondere die Frage offen, wie eine solche Plattform Menschen in der praktischen Bildungs-, Integrations- oder Transferarbeit unterstützen kann.

Einstieg: Gesellschaftliche Verantwortung und persönliche Zugänge

Brandner stellte sich als Geschäftsführer von KMA in Wien und der seit 2017 bestehenden Knowledge for Development Partnership vor. Letztere befasse sich mit Wissensmanagement im Zusammenhang mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und gesellschaftlicher Entwicklung.

Die Vorstellungsrunde verband er mit der Frage nach gesellschaftlicher Verantwortung. Die Beiträge zeigten unterschiedliche Zugänge:

  • Wissensmanagement als Möglichkeit, über Veränderungen in Organisationen auch gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen.
  • Persönliches Wissensmanagement sowie Erfahrungen mit fehlender Dokumentation und wiederholter Arbeit in Vereinen und Unternehmen.
  • Fragen zu KI-Adoption und Veränderungen des Wissensmanagements in einer international eingebundenen IT-Beratung.
  • Wissenstransfer als zwischenmenschlicher Befähigungsprozess, insbesondere bei der Sicherung langjähriger Berufserfahrung.

Eine Teilnehmerin beschrieb ihre Arbeit mit ausscheidenden Beschäftigten als sehr wirksam und erfüllend. Zugleich vermisse sie den größeren gesellschaftlichen Bezug ihrer Fähigkeiten. Veränderungen durch KI und politische Entwicklungen verstärkten ihre Frage, wo ihr größter Beitrag liegen könne.

Brandner griff diesen Gedanken auf: Auch bei gesellschaftlichen Aktivitäten und besonderen Ereignissen werde Erfahrungswissen zu selten gesichert. Wissenssicherung könne helfen, Fehler nicht einige Jahre später zu wiederholen, und sei deshalb keineswegs nur eine organisationale Aufgabe.

Wissensagenda und Wissenspartnerschaft als Ansatz

Über Organisationsgrenzen hinausdenken

Brandner verstand gesellschaftliches Wissensmanagement nicht ausschließlich als Aufgabe ganzer Staaten. Ebenso könne es sich auf Städte, einzelne Sektoren oder bestimmte Entwicklungsaufgaben beziehen. Entscheidend sei, über eine einzelne Organisation hinauszublicken.

Seine Argumentation umfasste mehrere Schritte:

  • Wissen ist eine gesellschaftlich wichtige Ressource.
  • Diese Ressource sollte gezielt entwickelt werden.
  • Dafür braucht es verantwortliche Akteure, gemeinsame Ziele und verbindliches Engagement.
  • Eine Wissensagenda kann die Ziele bündeln; eine Wissenspartnerschaft kann die Zusammenarbeit tragen.

Als Beispiel schilderte er den Wissenstransfer in der afrikanischen Landwirtschaft. Forschungseinrichtungen würden vor allem an Publikationen und Zitierungen gemessen. Die Anforderungen landwirtschaftlicher Betriebe seien damit nicht automatisch verbunden. Nach seiner Einschätzung bleibe der Transfer unzureichend, solange niemand das Zusammenspiel des gesamten Systems betrachte.

Die Partnerschaft solle deshalb nicht nur vorhandene Informationen vernetzen. Sie solle klären, welches Wissen für gemeinsame Ziele gebraucht werde und wie sich die beteiligten Institutionen gegenseitig unterstützen könnten.

Gemeinsame Ziele statt isolierter Aktivitäten

Brandner betonte die Bedeutung einer übergeordneten Perspektive. Regierungen, Wissenschaft, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen verfügten jeweils über relevantes Wissen. Dessen Vernetzung erfolge jedoch nicht automatisch ausreichend.

Eine Wissensagenda sei in diesem Verständnis mehr als eine Sammlung einzelner Organisationsziele. Sie solle gemeinsame Wissensbedarfe sichtbar machen und einen Bezugspunkt für abgestimmtes Handeln schaffen. Die Wissenspartnerschaft bilde dazu den organisatorischen und sozialen Rahmen.

Erfahrungen mit der Agenda Wissen in Österreich

Ausgangspunkt und Gewinnung von Unterstützung

Die österreichische Initiative ging nach Brandners Darstellung auf ein zweijähriges Forschungsprojekt zur Frage zurück, wie ein Land Wissen bilanzieren und damit auch managen könne. 2008 begann die Arbeit mit dem Instrument „Agenda Wissen“.

Als Vorbild diente die österreichische Sozialpartnerschaft: Unterschiedliche Interessen sollten im Dialog bearbeitet werden. Diesen Gedanken habe man auf Wissen übertragen. Personen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen wurden um Stellungnahmen gebeten:

  • Was wünschen sie sich für eine Wissensgesellschaft?
  • Welche Herausforderungen sehen sie für deren verantwortungsvolle Entwicklung?
  • Welche Maßnahmen empfehlen sie?

Brandner erläuterte ausführlich, wie die Beteiligung hochrangiger Persönlichkeiten zustande kam. Zunächst habe man auf bestehende Vertrauensbeziehungen zur Akademie der Wissenschaften zurückgegriffen. Deren Beteiligung habe den Zugang zur Schirmherrschaft des Bundespräsidenten erleichtert. Weitere politische und institutionelle Führungspersonen seien anschließend leichter zu gewinnen gewesen.

Die Publikation bot den Beteiligten eine öffentliche Bühne. Bereits gewonnene Unterstützerinnen und Unterstützer hätten Vertrauen geschaffen und die Teilnahme für weitere Personen attraktiv gemacht.

Von Stellungnahmen zu Aktivitäten

Aus der Runde kam früh der Einwand, dass auf diese Weise vor allem wohlklingende Erklärungen entstehen könnten. Gefragt wurde, ob solche Texte tatsächlich etwas bewirkten oder lediglich repräsentativen Charakter hätten.

Brandner erklärte, dass man gerade deshalb eine Wissenspartnerschaft gegründet habe. Die Beteiligten und ihre Institutionen seien zu regelmäßigen Treffen eingeladen worden, anfangs etwa einmal pro Quartal. Dort habe man Ziele diskutiert, Maßnahmen identifiziert und Aktivitäten angestoßen.

Als Beispiele nannte er:

  • Arbeiten an einer Wissensmanagementstrategie für die öffentliche Verwaltung und eine spätere entsprechende Strategie des Bundeskanzleramts.
  • Kulturelle Aktivitäten, darunter Porträts aus- und eingewanderter Intellektueller zur Reflexion des gesellschaftlichen Umgangs mit Wissen.
  • Ausbildungen im Wissensmanagement.
  • Fünf aufeinanderfolgende Konferenzen unter dem Titel „Agenda Wissen“.
  • Ein Award-Programm, das nach seiner Einschätzung inzwischen internationale Wahrnehmung erlangt habe.

Brandner kündigte außerdem eine zweite österreichische Ausgabe der Agenda Wissen für den 17. Dezember an.

Internationale und sektorbezogene Beispiele

Knowledge for Development

Den österreichischen Ansatz habe man anschließend auf die globale Ebene übertragen. Als erste besonders anerkannte Unterstützerin sei die damalige UNESCO-Generaldirektorin gewonnen worden. Mittlerweile lägen ungefähr 250 Stellungnahmen aus unterschiedlichen Weltregionen vor.

Brandner berichtete von einer 2017 gemeinsam mit der UNO organisierten Konferenz. Der Kontakt sei über die Unterstützung einer Inspektion zum Wissensmanagement entstanden. Die institutionelle Einladungskraft der beteiligten Inspektionseinheit habe eine breite Teilnahme aus dem UN-System ermöglicht. Im Zusammenhang mit dieser Konferenz sei die Knowledge for Development Partnership gegründet worden.

Die globale Agenda bündele die Beiträge inzwischen in 15 Zielen. Brandner beschrieb sie als Orientierungsrahmen für Wissen im Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung. Dazu gehörten pluralistische, diverse und inklusive Wissensgesellschaften. Kunst und Kultur sowie später auch das Wissen der Natur seien als eigene Themen hinzugekommen.

Die Wirkung im UN-System schätzte Brandner als stark ein. Dies war seine Bewertung der geschilderten Entwicklung; eine unabhängige Wirkungsprüfung wurde in der Session nicht vorgestellt.

Biodiversität, Landwirtschaft und regionale Zusammenarbeit

Am Beispiel der Biodiversität erläuterte Brandner, wie eine globale Agenda in sektorale und nationale Zusammenhänge übertragen werden könne. Er berichtete von der Zusammenarbeit mit der Biodiversitätskonvention, einem fünftägigen Onlineprogramm mit rund 600 Teilnehmenden, regionalen Workshops und Unterstützung bei der Verankerung von Wissensmanagement in nationalen Biodiversitätsstrategien.

Eine Strategie allein reiche dabei nicht. Auch innerhalb der Länder brauche es Partnerschaften, etwa zwischen staatlichen Stellen, Unternehmen und Menschen, die unmittelbar im Naturschutz arbeiteten. Als weitere Themen nannte er gemeinsame Wissenszugänge, Bewusstseinsbildung, verlässliche Informationen, Qualitätsstandards und tragfähige Modelle für Wissenstransfer.

Weitere Beispiele waren:

  • Ein fünfjähriges kontinentales Programm zum Wissensmanagement in der afrikanischen Landwirtschaft.
  • Ein von der Asian Development Bank unterstütztes Wissensnetzwerk in der Greater Mekong Subregion, das Wissen für abgestimmte politische Entscheidungen zusammenbringen sollte.
  • Knowledge for Development Centers in Uganda und Namibia als lokale Ansatzpunkte strategischer Entwicklung.

An diesen Beispielen verdeutlichte Brandner das Zusammenspiel mehrerer Ebenen. Gesellschaftliche Ziele benötigten kompetente Organisationen und Menschen, die Wissen nutzen könnten. Fehlende Lesekompetenz, Internetzugänge oder Energieversorgung ließen sich nicht innerhalb eines einzelnen Fachsektors lösen. Deshalb brauche es neben sektoralen Initiativen auch nationale und internationale Zusammenarbeit.

Diskussion: Ansatzpunkte in Deutschland und Berlin

Vorhandene Initiativen und strukturelle Hürden

Brandner lud die Runde ein, mögliche eigene Handlungsfelder zu benennen. Seine Frage nach einer Wissensagenda für Deutschland beziehungsweise einem entsprechenden Berliner Profil führte zu Hinweisen auf frühere Berliner Ansätze.

In der Diskussion wurden Initiativen zur Digitalisierung und Weiterbildung sowie frühere Gespräche mit KMA erwähnt. Diese Bemühungen seien jedoch nicht dauerhaft zusammengeführt worden. Als Hindernisse wurden die verteilten Zuständigkeiten zwischen Senatsverwaltungen und Bezirken sowie unterschiedliche institutionelle Perspektiven beschrieben.

Daneben wurde die Vermutung geäußert, dass kleinere Länder leichter handlungsfähige Netzwerke bilden könnten. Auch das Verständnis des Begriffs „Wissen“ wurde problematisiert: Wissensmanagement werde häufig mit Wissenschaft oder Wissenschaftsmanagement verwechselt. Ein gesellschaftlicher Ansatz müsse dagegen unterschiedliche Wissensformen berücksichtigen.

Eine gemeinsame Vision entwickeln

In der Diskussion wurde vorgeschlagen, nicht allein mit einem Vernetzungsdefizit zu argumentieren. Eine gemeinsame Vision oder konkrete Herausforderung könne stärker motivieren.

Als mögliche Bezugspunkte wurden Klimawandel und Klimaanpassung, Migration, demografischer Wandel, globale Unsicherheit und KI genannt. Auch die Abwertung beziehungsweise Leugnung von Wissen wurde als Herausforderung angesprochen. Wissen könne dabei ein verbindendes Thema sein, unter dem sich unterschiedliche gesellschaftliche Anliegen zusammenführen ließen.

Diese Überlegungen blieben mögliche Ansatzpunkte. Eine konkrete deutsche oder Berliner Initiative wurde im dokumentierten Gespräch nicht beschlossen.

Umsetzung, Wirkung und offene Fragen

Brandner betonte, dass für die ursprüngliche österreichische und globale Agenda keine eigene Finanzierung vorhanden gewesen sei. Die Arbeit habe zunächst aus gezielter Ansprache, dem Sammeln und Verdichten von Beiträgen sowie einer einfachen Publikation bestanden. Sponsoren könnten die Umsetzung erleichtern.

Als möglichen Einstieg schlug er vor, eine wissensnahe, anerkannte Institution wie die UNESCO beziehungsweise eine nationale UNESCO-Kommission anzusprechen und von dort aus weitere Partner zu gewinnen. Die Agenda könne anschließend als Anker für moderierte Treffen und Maßnahmen dienen.

Auf die Skepsis gegenüber bloßen Bekenntnissen antwortete er mit zwei Argumenten: Die Beiträge hätten unterschiedliche relevante Themen eingebracht; zugleich könne öffentliche Unterstützung Glaubwürdigkeit, Zuversicht und weiteres Engagement erzeugen. Wer sich sichtbar als Teil einer Wissensagenda positioniere, könne sich stärker mit dem Thema identifizieren.

Zum Ende wurde aus der Runde nochmals die zentrale Umsetzungsfrage gestellt: Wie führt der Weg von Institutionen, Stellungnahmen und Konferenzen zur Unterstützung derjenigen, die beispielsweise in Schulen oder der Integrationsarbeit tätig sind? Begegnungen könnten hilfreich sein, doch der konkrete Beitrag einer solchen Plattform blieb klärungsbedürftig.

Das Transkript endet während dieses Beitrags. Eine abschließende Antwort oder Maßnahmenvereinbarung ist nicht dokumentiert. Als zentrale Spannung der Session bleibt damit das Verhältnis zwischen öffentlicher Mobilisierung und praktischer Umsetzung: Eine Wissensagenda kann gemeinsame Orientierung schaffen; ihre Wirkung hängt jedoch daran, wie daraus tragfähige Zusammenarbeit und konkrete Unterstützung entstehen.

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