Jump to content
Menü aufrufen
Toggle preferences menu
Persönliches Menü aufrufen
Nicht angemeldet
Ihre IP-Adresse wird öffentlich sichtbar sein, wenn Sie Änderungen vornehmen.

Unser Wiki ist seit dem 2. Oktober öffentlich lesbar. Mehr dazu.

Gkc24-Vortrag: Vom Ego-System zum Eco-System

Aus GfWM Wiki
Vom Ego-System zum Eco-System
Art Vortrag
KnowledgeCamp KnowledgeCamp 2024
Speaker:in Lukas Wünsch
Organisation MHP
Track Kuratierter Track Wirtschaft
Datum 11.10.2024
Zeit 10:00 bis 10:45 Uhr
Sprache Deutsch
Aufzeichnung YouTube


KI-Unterstützung Claude Sonnet 4.5

Die Session besteht inhaltlich aus zwei Teilen: Zum einen wird Lukas in einer kurzen Case Study seinen bei MHP implementierte Wissensmanagement-Strategie inklusive Lessons Learned vorstellen. Im zweiten Teil wird er näher auf seine persönlichen Erfahrungen zur Wichtigkeit kultureller Aspekte für den langfristigen Erfolg einer Wissensmanagement-Initiative eingehen.

Kurzbeschreibung des Vortrags

In seinem Vortrag stellte Lukas Wünsch seine bei MHP etablierte Wissensmanagement-Strategie anhand einer praxisorientierten Case Study vor. Neben der Darstellung zentraler Erfolgsfaktoren und Lessons Learned lag ein Schwerpunkt auf der kulturellen Dimension von Wissensmanagement. Wünsch schilderte praxisnah, wie ein über 5000 Mitarbeitende zählendes internationales Beratungsunternehmen eine unternehmensweite Wissensplattform etablierte und welche kulturellen Herausforderungen dabei zu bewältigen waren.

Aufbau und Gliederung des Vortrags

- Persönliche Vorstellung und Kontext - Historie und Ausgangssituation bei MHP - Technische und organisatorische Maßnahmen zur Etablierung von Wissensmanagement - Kulturelle Aspekte und Change Management - Prioritäten und Ausblick - Symbolische Zusammenfassung anhand einer Weinrebe

Kernaussagen

Ausgangslage: Nullstand beim Wissensmanagement

  • „Als wir angefangen haben, hatte MHP rund 3000 Berater – und 0 Monate mit einer dedizierten Knowledge-Funktion.“*

- Über 25 Jahre ohne zentrale Wissensmanagement-Initiative - Starke Dezentralität: 25+ eigenverantwortliche Beratungseinheiten - Keine einheitliche Wissensplattform, fragmentierte Systemlandschaft - Erste Aufgabe: Grundlagen schaffen und Vertrauen aufbauen

Technische Lösung: Aufbau einer skalierbaren Plattform

  • „Wir haben keine eierlegende Wollmilchsau implementiert, sondern uns auf das Wesentliche konzentriert.“*

- Technische Grundlage: SharePoint im Backend, eigenes Frontend - Fokus auf Benutzerfreundlichkeit und aktives Hochladen - Keine zentrale Enterprise Search wegen Datenschutzbedenken - Implementierung eines Upload-Prozesses mit manueller Qualitätssicherung

Inhaltlicher Aufbau: Inhalte schaffen und standardisieren

  • „Es bringt nichts, eine Plattform live zu stellen, wenn nichts drin ist.“*

- Pilotphase mit ausgewählten Beratungseinheiten - Sammlung erster Inhalte auf einer Übergangsplattform - Einführung standardisierter Templates für Projektreferenzen und Zusammenfassungen - Aufbau eines zusätzlichen Teams für „Research & Market Insights“

Change Management: Kulturwandel durch Kommunikation

  • „Sharing is caring – aber wie sehr leben wir das wirklich?“*

- Breite Kommunikationsstrategie vor dem Go-live - Multikanal-Kommunikation: Top-down & Bottom-up - Nutzung unkonventioneller Kommunikationsmittel („Kloposter“ mit QR-Codes) - Pilotierung von „Knowledge Champions“ als dezentrale Multiplikatoren

Prozesse und Qualitätssicherung

  • „Wir wollen die Kolleginnen und Kollegen nicht aktiv davon abhalten, etwas hochzuladen – wir schauen lieber danach, ob es passt.“*

- Implementierung von Qualitätssicherungsprozessen für neue Inhalte - Prüfung auf personenbezogene Daten und Kundendaten - Anbindung an Projektmanagementprozesse zur Erinnerung an Dokumentation - Integration in Mitarbeitergespräche für Junior- bis Management-Ebene

Kulturelle Herausforderungen: Warum sollte ich mein Wissen teilen?

  • „Was habe ich denn davon, mein Wissen zu teilen? Ich hab doch mein Zeug.“*

- Bedenken hinsichtlich persönlicher Sichtbarkeit und Arbeitsbelastung - Fehlende Anreize und individuelle Nutzenargumentation - Ziel: Überzeugung durch persönlichen Mehrwert, z.B. durch Anerkennung oder Weiterbildung - Förderung der Vernetzung durch gezielte Maßnahmen

Einbindung von Research & Market Insights

  • „Wir wollen nicht im eigenen Saft kochen.“*

- Aufbau eines dedizierten Angebots für externe Marktdaten - Drei Servicelevel: Basic, Premium, Exclusive Research - Relevanz unterstrichen durch hohe Nachfrage und direkte Beratungsvorteile

Strategisches Ziel: Ein holistisches Wissensökosystem

  • „Wir wollen kein Ego-System, sondern ein Eco-System für Wissen.“*

- Kreislauf von Wissenserzeugung, -speicherung und -nutzung - Förderung aktiver Nutzung durch gezielte Inhalte und niedrigschwellige Zugänge - Perspektivenwechsel: Von punktueller Ablage hin zu strategischer Wissensvernetzung

Handlungsempfehlungen und Aufrufe

- *„Wenn du einmal etwas im Wiki gefunden hast, was dir geholfen hat – dann gib auch etwas zurück.“* - Aufbau einer offenen, unterstützenden Feedback-Kultur - Einführung konkreter Belohnungs- und Anerkennungsmodelle für Beiträge - Kommunikation als Schlüssel: Wissenstransfer durch persönliche Gespräche, Videos, Meetings und kreative Kampagnen - Engagement durch klare Rollen und Verantwortlichkeiten stärken („Knowledge Champions“) - Investition in technische und prozessuale Grundlagen als Voraussetzung für kulturellen Wandel - Nutzung externer Insights als Innovationstreiber - Einbindung in Qualitätsmanagement- und ISO-Prozesse langfristig sicherstellen

Symbolischer Abschluss: Die Weinrebe als Sinnbild

  • „Man muss Dinge in Perspektive setzen, in die Hand nehmen und drehen – erst dann erkennt man das Ganze.“*

- Metapher der Weinrebe: Komplexität des Wissens im Unternehmen - Sichtbarmachung der Verbindungen von Einzelwissen zum großen Ganzen - Bedeutung von Anomalien („Rosinen“) und individuellem Potenzial - Appell zu Offenheit, Pflege und langfristiger Perspektive im Wissensmanagement

Fazit

Der Vortrag von Lukas Wünsch bietet einen praxisnahen, reflektierten Einblick in die Einführung eines unternehmensweiten Wissensmanagement-Ansatzes bei MHP. Dabei steht nicht die Technik im Vordergrund, sondern der ganzheitliche Wandel – vom individuellen Ego-System hin zu einem vernetzten, lernenden Eco-System. Besonders hervorzuheben ist die Verknüpfung technischer Maßnahmen mit einem starken Fokus auf kulturellen Wandel und kontinuierlichen Dialog.

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung von GfWM Wiki. Durch die Nutzung von GfWM Wiki erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies speichern.